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Romane

Margaret Atwood erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017

Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood wurde zur diesjährigen Trägerin des Friedenspreises gewählt. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 15. Oktober 2017, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt. Bei der Begründung für die Wahl heißt es u.a.: „Humanität, Ge­rechtigkeitsstreben und Toleranz prägen die Hal­tung Margaret Atwoods, die mit wachem Bewusstsein und tiefer Men­schenkenntnis auf die Welt blickt und ihre Analysen und Sorgen für uns so sprachgewaltig wie lite­rarisch eindringlich formuliert. Durch sie erfahren wir, wer wir sind, wo wir stehen und was wir uns und einem friedlichen Zusammenleben schuldig sind.“

 

Roman

Guillaume Musso
Das Mädchen aus Brooklyn

Piper Verlag 2017 / Paperback / 496 Seiten / 16,99 €

Abenteuer-, Spannungs- und Liebesroman, das vereint der französische Autor Guillaume auch in seinem neuen Roman. Raphaël und Anna scheinen füreinander bestimmt zu sein, bis Anna ihrem zukünftigen Bräutigam kurz vor der Hochzeit ein Foto mit drei Leichen zeigt und behauptet, sie sein Schuld an deren Tod. Kann das sein? Völlig verstört verlässt Raphaël die schöne Anna und als er wieder zurückkehrt ist sie spurlos verschwunden. Raphaël bittet seinen Freund Marc, einen ehemaligen Polizisten, um Hilfe. Gemeinsam setzen sie alles daran, seine Verlobte wiederzufinden - der Beginn einer dramatischen, atemlosen Suche nach der Wahrheit, die sie bis in die dunklen Straßen von Harlem und Brooklyn führt. Genau das richtige Buch für fesselnde Stunden auf dem Liegestuhl.

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Roman

J. L. Carr
Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten

Dumont Verlag 2017/ Geb. / 192 Seiten / 20,00 €

Besser kann man ein Fußballwunder nicht schreiben, auch wenn man sich über die Tipps und Regeln des promovierten Philosophen aus Ungarn Dr. Kossuth als echter Fußballkenner streiten mag. Aber gerade diese Konstellation mit der erfolglosen Amateurmannschaft Steeple Sinderby Wanderers macht den Reiz des Romans aus. Und tatsächlich schafft die Mannschaft unter Dr. Kossuths Leitung in der Saison 1973/74 das Unmögliche: den Sieg  im Wembley-Stadion gegen die Favoriten Glasgow Rangers. Das Original ist 1975 erschienen und liegt erstmals als deutsche Übersetzung vor. Ein schöner Vorgeschmack auf nächstes Jahr, wenn alle wieder vom Fußballfieber gepackt werden.

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Roman

Richard Russo
Ein Mann der Tat

Dumont Verlag 2017 / Geb. / 688 Seiten / 26,00 €

In seinem neuen Roman führt uns der Pulitzerpreisträger Richard Russo wie schon 1993 in seinem Roman „Ein grundzufriedener Mann“ wieder nach North Bath, einer fiktiven Kleinstadt im Bundesstaat New York. Es ist das besinnlich geplante Memorial-Day-Wochende, an dem Chief Raymar auf einer Beerdigung kollabiert und bei seinem Fall ins Grab das einzige Beweisstück dafür verliert, dass seine Frau ihn betrogen hat. Das ist nur eine von vielen weiteren kleinen und großen Katastrophen, die folgen. Und Chief Raymer schreitet zur Tat um wieder Ordnung in das verheerende Chaos zu bringen. Dieser Roman ist voll von Situationskomik und unterschwelliger (Gesellschafts-)Kritik.

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Roman

Naja Marie Aidt
Schere, Stein, Papier

Luchterhand 2017 / Geb. / 448 Seiten / 22,00 €

Thomas O´Mally Lindström ist Mitinhaber eines Papierwarengeschäfts, verdient ganz gut und lebt in glücklichen Beziehung mit der Kunsthistorikerin Patricia. Seine schreckliche Kindheit mit dem kriminellen Vater, der ihn und seine Schwester Jenny windelweich schlagen konnte, wenn er in der Verfassung war, hat er weit hinter sich gelassen. Dann erfährt er von dem Tod und soll mit Jenny das Erbe antreten. Doch beide beschließen nur einen Toaster aus der Hinterlassenschaft mitzunehmen. Später entdeckt Thomas darin sehr viel Geld, das ihn sehr leichtsinnig werden lässt. Und während er darin eine Wiedergutmachung für all die Qualen sehen will, die Jenny und er erlitten haben, merkt er gar nicht, dass er droht alles zu verlieren, was ihm einst wichtig war. Unfassbar realistisch beschreibt die dänische Autorin, welche Konsequenz eine falsche Entscheidung haben kann.

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Roman

Jess Kidd
Der Freund der Toten

Dumont Verlag 2017 / Geb. / 384 Seiten / 20,00 €

Mahony stammt aus Irland, hält sich mit kleinen Gaunereien über Wasser, ist aber ansonsten ganz harmlos. Von seiner Mutter im Waisenhaus abgegeben, lernt er schon früh, sich selbst durchzuschlagen. Aber der charmante Hippie mag sein Leben so wie es ist, bis er einen Brief erhält, der die Geschichte seiner Mutter in einem neuen Licht erscheinen lässt. Er reist in seinen Geburtsort, um aufzuklären, was damals wirklich mit seiner Mutter geschehen ist und trifft auf eine sehr ablehnende und wortkarge Dorfgemeinschaft. Doch in der ehemaligen Schauspielerin Mrs Cauley findet er eine Verbündete. Gemeinsam kommen die beiden, manchmal auch auf sehr absurde Art und Weise, dem Rätsel näher. Jess Kidds Debütroman ist originell, erfrischend anders und humorvoll.

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Buch für die Stadt 2017

Anthony McCarten
Superhero

Diogenes Verlag 2007 / Taschenbuch / 304 Seiten / 12,00 €

„Superhero ist ein Drehbuch, ein Comic, ein Prosamix. Ein toller Roman, der sich traut, noch einmal Herz auf Schmerz zu reimen,“ schrieb Daniel Haas 2007 kurz nach Erscheinen des Romans in seiner Rezension auf Spiegel Online. Und besser kann man diesen Roman auch nicht zusammenfassen, der seine Leserinnen und Leser in die unterschiedlichsten Stimmungen versetzt. Denn McCartens 14-jähriger Protagonist Donald Delpe ist an Leukämie erkrankt und wird sterben. Man leidet beim Lesen mit seinen Eltern Renata und Jim, man hofft, dass Donald die Liebesnacht bekommt, die er sich ausmalt und am häufigsten bewundert man diesen unglaublich zähen Jungen, der sich einfach nicht kleinkriegen lässt.

Das Fazit der Jury für die Wahl des diesjährigen Stadtbuchs lautet daher: „Es ist ein Roman, der voller Lebensfreude steckt, obwohl der Tod darin lauert. Es ist ein Roman, der voller Witz ist, obwohl der Schmerz und die Sorge stets nahe sind. (...)“ Martin Oehlen, ksta

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Roman

Takis Würger
Der Club
Kein & Aber 2017 / Geb. / 240 Seiten / 22,00 €

Der unscheinbare Junge Hans, der in einem kleinen Nest in Niedersachsen aufwächst, wird nach dem Tod seiner Eltern von seiner Tante dazu eingeladen in Cambridge zu studieren. Diese Chance bietet ihm die unnahbare blitzgescheite Professorin nicht uneigennützig: Sie verschafft ihm ein Stipendium und als Gegenleistung muss er alles daran setzen, Mitglied im legendären Pitt Club zu werden. Er lässt sich darauf ein, ohne eine Ahnung zu haben, warum. Auf seiner Suche nach Anerkennung und einem Platz in der Welt nähert er sich seiner Mentorin Charlotte an, die ebenfalls ein Interesse daran hat, den Club auffliegen zu lassen. In diesem schmalen Buch gelingt es Takis Würger elektrisierend die Spannung zu steigern und bis zum Schluss gnadenlos aufrecht zu erhalten. Ein starkes Debüt.

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Roman

Michela Murgia
Chiru

Wagenbach Verlag 2017 / Geb. / 208 Seiten / 20,00 €

Chiru ist 18 Jahre alt, Musikstudent, jugendlich naiv, ungestüm. Bei seiner ersten Begegnung mit der bekannten Theaterschauspielerin Eleonora, 38 Jahre alt, bittet er sie, ihn als Schüler anzunehmen und mit der Künstlerwelt und dem Erwachsenenleben vertraut zu machen. Nach anfänglichen Bedenken stimmt sie zu, ihn auf seinem Weg eine Weile zu begleiten. Dabei ist die Rolle, die sie für Chiru einnimmt, durchaus ambivalent: Ist sie Lehrerin, Mutter, Geliebte? Michela Murgia erzählt in einer kraftvollen, eleganten Sprache darüber, was uns zu dem macht, was wir sind, was für unser Leben prägend und beeinflussend ist. Dabei geht es nicht nur um die persönlichen Begegnungen und Beziehungen, sondern auch um das gesellschaftliche Umfeld, das sie klug, genau beobachtend und manchmal ironisch beschreibt. Beeindruckend und lesenswert!

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Roman

Tim Krohn
Herr Brechbühl sucht eine Katze

Galiani-Verlag 2017 / Geb. / 480 Seiten / 24,00 €

Der Roman des Schweizer Gegenwartsautors Tim Krohn ist Auftakt einer Serie über unsere Gefühlswelt, untertitelt mit „Menschliche Regungen“ Bd. 1. Die Geschichte spielt im Jahr 2001, Ausgangspunkt ist ein Züricher Mietshaus und deren 11 Bewohner. Jedes Kapitel erzählt ausschnittartig vom Alltag dieser Menschen und steht dabei jeweils für eine menschliche Regung wie Desinteresse, Wollust oder Demut. Tim Krohn schreibt mit einer wunderbaren Leichtigkeit über das menschliche Werden und Wollen und zeichnet sehr sensibel die Schicksale seiner durchaus schrägen liebenswerten Figuren. Ein Lesegenuss!.

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Roman

Lukas Bärfuss
Hagard

Wallstein Verlag / Geb. / 174 Seiten / 19,90 €

Mitten im Menschengedränge der Stadt entschließt sich Philip spontan, einer fremden Frau zu folgen. Doch obwohl er sich eigentlich vorgenommen hatte, ihr nur bis zu seinem nächsten Termin zu folgen, kann er nicht von ihr ablassen. Er möchte unbedingt das Gesicht der Frau sehen und so wird die Verfolgung zur Obsession. Lukas Bärfuss nimmt den Leser mit auf eine immer surrealer und schneller werdende Flucht, von der weder er noch der Leser wissen, weshalb sie eigentlich ihren Lauf genommen hat und wo sie noch enden wird. Bärfuss` Erzählung ist stringent und temporeich, aber ebenso rätselhaft und bedrückend.

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Roman

Isabelle Autissier
Herz auf Eis
Mare Verlag 2017 / Geb. / 224 Seiten / 22,00 €

Eigentlich wollten Louise und Ludovic einen Segelturn machen, um ihrem immer gewöhnlicher werdenden Alltag zu entfliehen. Aber schon nach kurzer Zeit entpuppt sich das Sabbatjahr und Abenteuer für das junge Pariser Paar als Albtraum: ihr Schiff wird nahe einer verlassenen Insel im stürmischen und eiskalten Südatlantik vor dem Kap Horn vom Sturm losgerissen und fortgetrieben. Ohne Kommunikationsmittel und nur mit spärlicher Ausrüstung ausgestattet, finden sie in einer verlassenen Walfangstation Schutz. Aber die Monate vergehen, ohne dass Rettung in Sicht ist. Besonders der gesundheitlich angeschlagene Ludovik verliert zunehmen seinen Lebensmut und Louise wird klar, dass sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss, um nicht zu sterben.

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Roman

Mathias Enard
Kompass
Hanser Berlin 2016 / Geb. / 432 Seiten / 25,00 €

Ausgezeichnet ist der Roman des französischen Autors Mathias Enard. Und zwar nicht nur aufgrund des hochaktuellen und impulsiven Inhalts oder der sprachlichen Virtuosität, sondern weil er 2015 bereits die bekannteste Auszeichnung für französische Literatur erhalten hat: den Prix Goncourt. Auch der diesjährige Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ist Enard schon sicher. Ob seine nächtliche Erinnerung des todkranken Musikwissenschaftlers Franz Ritter an seine Reisen in den noch friedlichen und märchenhaften Orient sowie seine große Liebe Sarah auch den Preis für die beste Übersetzung erhält, erwarten wir mit Spannung. Verdient hätten es das Übersetzerpaar Sabine Müller und Holger Fock auf jeden Fall.

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Roman

Chris Kraus
Das kalte Blut
Diogenes Verlag 2017 / Geb. / 1200 Seiten / 32,00 €

Chris Kraus hat sich bisher vor allem als Filmregisseur und Drehbuchautor einen Namen gemacht, seine Filme wurden vielfach ausgezeichnet. Jetzt legt er seinen zweiten Roman vor, ein grandioses Familienepos, inspiriert von der Vergangenheit seines Großvaters. Die Geschichte beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts im Baltikum, zwei Brüder und ihre Adoptivschwester Ev stehen im Mittelpunkt. Die Brüder machen Karriere, zuerst im Nazideutschland, später als Spione der jungen Bundesrepublik. Die Jüdin Ev ist mal des einen, mal des anderen Geliebte. In der leidenschaftlichen Menage a trois zeigen sich moralische Abgründe, die zu abenteuerlichen politischen Verwicklungen führen. Ein Drama von Verrat und Selbstbetrug, dass die Jahre 1905 bis 1974 umspannt. Die Geschichte dieser Familie ist gleichzeitig die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert …

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Roman

Natascha Wodin
Sie kam aus Mariupol

Rowohlt Reinbek 2017 / Geb. / 368 Seiten / 19,95 €

Natascha Wodin, in Bayern geboren, stellen sich schon als 10-Jährige - nach dem Tod ihrer Mutter - viele Fragen: Woher stammt ihre Mutter und was hat ihr Leben beeinflusst? Später, als Erwachsene, weiß sie, ihre Mutter und ihr Vater stammten aus Mariupol in der Ukraine und wurden 1943 von den Nationalsozialisten nach Deutschland verschleppt. Durch ihre umfassende Recherche bringt die Autorin in ihrem Roman Licht ins Dunkel der eigenen Familiengeschichte, die gegen Ende dann zur Autobiografie wird. Gleichzeitig schafft sie ein umfassendes Werk über Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, so dass ihr die Vermischung von Privatem und Historischem überzeugend gelingt. Ihre beeindruckende Romanbiografie „Sie kam aus Mariupol“ ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert.

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Roman

Husch Josten
Hier sind Drachen

Berlin Verlag 2017 / Geb. / 160 Seiten / 16,00 €

Es ist der 14. November 2015, einen Tag nach den verheerenden Anschlägen in Paris. Die Reporterin Caren macht sich auf den Weg zum Londoner Flughafen. Sie will nach Paris fliegen, um von dort zu berichten. Am Londoner Flughafen herrscht jedoch erhöhte Alarmbereitschaft, da auch hier eine Terrorwarnung eingegangen ist. Der Einzige, der sich von der allgemeinen Beunruhigung nicht beirren lässt, ist ein älterer Professor, mit dem Caren gemeinsam am Flughafen wartet. Zwischen den beiden entwickelt sich ein faszinierendes philosophisches Gespräch und plötzlich ergibt sich für die Reporterin eine völlig überraschende Geschichte, mit der sie bei ihrem morgendlichen Aufbruch noch nicht gerechnet hatte. „Hier sind Drachen“ ist der fünfte Roman der in Köln geborenen Autorin, der neben dem fesselnden Verlauf der Geschichte auch durch seinen mal knappen, mal philosophischen Schreibstil überzeugt. Husch Josten gelingt eine Erzählung, die die großen philosophischen Lebensfragen in aktuell gesellschaftlich beunruhigende Ereignisse einbettet.

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Roman

Fatma Aydemir
Ellbogen

Hanser Verlag 2017 / Geb. / 272 Seiten / 20,00 €

Was und vor allem wo ist Heimat? Und was verbindet jeder Einzelne mit seiner Heimat? Die 17-jährige Hazal Akgündüz ist in Deutschland geboren – ihre Eltern fühlen sich hier aber immer noch fremd. Während ihrer persönlichen Suche nach Zugehörigkeit gerät Hazal auf die falsche Bahn. Sie flieht vor der Polizei und landet schließlich ausgerechnet in Istanbul. Fatma Aydemir erzählt nicht nur die Geschichte von Hazal, sondern schreibt gleichermaßen auch für all diejenigen, die auf der Suche nach ihrer ganz persönlichen Heimat sind. Der Erzählverlauf ist rasant, sprachlich wild und authentisch, aber auch aggressiv und brutal. Mit ihrem Roman ist Fatma Aydemir nominiert für den Depütpreis der lit.COLOGNE 2017.

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Roman

T. C. Boyle
Die Terranauten
Hanser Verlag 2017 / Geb. / 608 Seiten / 26,00 €
Engl.: The Terranauts / Blumsbury Trade 2016 / 528 pages / 19,50 €

Acht Menschen eingeschlossen in einer chemisch, elektrisch gesteuerten, naturalistisch erscheinenden Biosphäre: „Das kann auch nur den Amerikanern einfallen…“ ist man geneigt zu denken. Und tatsächlich stammt diese Idee zu dem neuen Roman von T. C. Boyle nicht von ihm selbst, sondern geht auf ein Experiment zurück, das in den 90er Jahren in den USA  seinen Ursprung hat. Die Grundidee dahinter: Vier Frauen und vier Männer erarbeiten und erwirtschaften sich ihr Überleben in Abgeschiedenheit der Außenwelt. Ein Projekt oder Medienformat, das - soweit bekannt -  keine Nachahmer gefunden hat wie vergleichsweise  einige „Reality Shows“,  die auch deutschen Sendern kalkulierbare Einschaltquoten garantieren. Boyle macht sich diese Idee zu Eigen und entwirft dafür acht Charaktere, die dieses Projekt  in seinem Roman zu ihrer Lebensaufgabe und gleichzeitig zu einer Gesellschaftsstudie machen zwischen den Dogmen „fast alles ist möglich und fast nichts ist erlaubt.“ Wie viel Mensch darf man noch sein?  Das ist die große Frage, auf die man in diesem sehr raffinierten Roman keine Antwort findet, aber dafür immerhin - T. C. Boyle sei Dank - vieles hinterfragt.

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Roman

Hanya Yanagihara
Ein wenig Leben
Hanser Verlag 2017 / Geb. / 960 Seiten / 28,00 €
Engl.: A Little Life“ / Macmillan Publishers International 2016 / 11,10 €

Einer der neuen großartigen Romane im noch jungen Jahr 2017 ist „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara, der seit seiner Veröffentlichung in  den USA unter dem Titel „A Little Life“ eine Woge an Gesprächen entfacht hat. Diese Anteilnahme an dem Inhalt eines Werkes konnten in der Vergangenheit überwiegend  Kinder- und Jugendbücher auslösen. Nun ist es ein Roman für Erwachsene, der seine Leserinnen und Leser für sich vereinnahmt, kurzzeitig atemlos macht, aber eben nur so lange, um tief Luft zu holen und sich wieder der Geschichte über diese intensive  Freundschaft von vier jungen, überaus begabten Männern hinzugeben. Bis ins höhere Alter dürfen wir sie begleiten und leiden, fiebern, freuen, uns mit ihnen ereifern. Fast 1000 Seiten umfasst dieser Roman, von denen jede gelesen werden muss und will, um an „Ein wenig Leben“ teilzuhaben.

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Roman

Delphine de Vigan
Nach einer wahren Geschichte
DuMont Buchverlag 2016 / Geb. / 350 Seiten / 23,00 €uro

Nicola Dielkus ist beeindruckt von diesem Roman, einem packenden Verwirrspiel um eine Schriftstellerin, die von einer Schreibblockade gehemmt wird und sich auf eine zwiespältige Freundschaft einlässt? „Mich hat das Buch begeistert, weil die Autorin auf höchstem Niveau mit Wirklichkeit und Fiktion jongliert, so dass ich am Ende fassungslos war“.

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Roman

Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit
Diogenes 2016 / Geb. / 368 Seiten / 22,00 €uro

Sascia Kniep war und ist begeistert von diesem Roman: „Der beste und stärkste Roman, den BW bisher geschrieben hat. Eine beeindruckende Familien- und Liebesgeschichte, fesselnd und zutiefst berührend!“

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Roman

Nathan Hill
Geister

Piper 2016 / Geb. / 864 Seiten / 25,00 €

Katharina Karpe empfiehlt Nathan Hill, einen jungen amerikanischen Autor, der in seinem  Roman ein äußerst treffendes Bild der US-amerikanischen Gesellschaft zeichnet. „Geister“ liest sich wie ein Schmöker, ungeheuer spannend, politisch sehr aktuell und psychologisch fein gesponnen.

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Roman

Meg Wolitzer
Die Ehefrau
DuMont Buchverlag / Geb. / 270 Seiten / 23,00 €

Gabriele Klinski empfiehlt den neuen Roman von Meg Wolitzer „Die Ehefrau“, weil die Autorin einen sehr genauen Blick für die menschliche Psyche und deren Zwischentöne hat. Und weil sie lässig erzählt, manchmal melancholisch, durchaus bissig bis hin zu einem tragisch-komischen Finale. Absolut lesenswert!

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Roman

Jonathan Safran Foer
Hier bin ich
Kiepenheuer & Witsch 2016 / Geb. / 688 Seiten / 26,00 €

Im Mittelpunkt von Jonathan Safran Foers wuchtigem Roman steht die fünfköpfige Familie Bloch. Julia und Jakob, Eltern von drei Söhnen, lernt der Leser zuerst kennen – im Zimmer des Rabbis ihres ältesten Sohnes Sam. Dort werden sie hin zitiert, weil er eine Liste mit verbotenen Wörtern geschrieben haben soll, darunter auch das N-Wort. Jacob will seinen Sohn in Schutz nehmen, sucht nach Ausreden für diesen Fund, obwohl die Handschrift eindeutig Sam zuzuordnen ist. Julia hingegen möchte ihren Ältesten zur Rechenschaft ziehen. Hier entsteht ein Konflikt, dem viele weitere folgen, an denen die Familie zu zerbrechen droht. Sinnbildlich dafür ist das virtuelle Spiel „Other Life“, dem Sam verfallen ist und in dem er sich eine neue Welt erschafft. Jeder in der Familie sucht Zuflucht, aber nicht bei seinen Nächsten. Foer schreibt schonungslos über die Wunden der Zeit, die nicht mehr heilen wollen.

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Deutscher Buchpreis 2016

Jedes Jahr zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Die Jury hat entschieden – Bodo Kirchhoff mit „Widerfahrnis“ ist der diesjährige Preisträger.

Mehr Infos erhalten Sie hier: www.deutscher-buchpreis.de/nominiert/

 

Bodo Kirchhoff
Widerfahrnis - Eine Novelle

Frankfurter Verlagsanstalt 2016 / Gebunden / 224 Seiten / 21,00 €

Bodo Kirchhoffs Roman "Widerfahrnis" war zum Zeitpunkt der Bekanntgabe
der Longlist noch nicht erschienen und wurde ungeduldig erwartet. Im
Gegensatz zu seinem sehr umfangreichen Roman "Die Liebe in groben
Zügen", mit dem er 2012 für den Deutschen Buchpreis nominiert war, hält
der Leser dieses Mal ein vergleichsweise schmales Buch in den Händen.
Aber diese Novelle, die Kirchhoff um die beiden Protagonisten Reither
und Leonie - meistens "die Palm" genannt - kreiert hat, ist weder
kurzweilig noch lässt sie sich nebenbei lesen. Es ist ein starker Roman
mit scheinbar schwachen Charakteren, die einander brauchen. Wieder hat
Kirchhoff eine intensive Liebesgeschichte geschrieben, die den
Rezipienten fordert, herausfordert und immer wieder mit überraschenden
Wendungen belohnt.

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Buchmesse Frankfurt 2016

In diesem Jahr waren Flandern und die Niederlande Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Die Vielfalt ihrer Literatur präsentierten sie unter dem Motto „DIES IST, WAS WIR TEILEN". Hier eine kleine Auswahl:

Roman

Kees van Beijnum
Die Zerbrechlichkeit der Welt

C. Bertelsmann 2016 / Geb. / 480 Seiten / 22,99 €

Der in Amsterdam geborene Autor Kees van Beijnum entführt uns in seinem ergreifenden Roman in das Tokio der Nachkriegszeit. Es ist das Jahr 1946 in dem der niederländische Richter Rem Brink nach Tokio berufen wird, um dort bei den sogenannten „Tokiater Prozessen“ über japanische Kriegsverbrecher zu urteilen. Es wird ein langwieriger Prozess und obwohl daheim seine drei Kinder und seine Ehefrau auf ihn warten, beginnt er eine Liebesbeziehung mit der jungen Sängerin Michiko. Ihre Beziehung wird eine Zerreißprobe zwischen politischer Karriere, Ansehen, Vertrauen, Verrat und Liebe – immer im Konflikt mit diesem gebrochenen Land nach dem verlorenen Krieg.

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Arnon Grünberg
Muttermale
Kiepenheuer & Witsch / Geb. / 448 Seiten / 25,00 €

Einer der erfolgreichsten und bekanntesten niederländischen Autoren Arnon Grünberg hat zu Recherchen für seinen aktuellen Roman "Muttermale" Praktika in mehreren Psychiatrien gemacht. Das merkt man diesem besonderen Mutter-Sohn-Drama, das sein Protagonist Otto Kadoke erlebt, auf jeder Seite an. Kadoke ist selbst Psychiater und mit der Pflege anderer Menschen betraut – immer im professionellen und distanzierten Rahmen. Aber wie soll er diese Rolle bei seiner pflegebedürftigen geliebten Mutter, die auf seine Hilfe angewiesen ist, aufrecht erhalten? Stattdessen lässt er sich als Muttersöhnchen beschimpfen und muss noch Schlimmeres erdulden. Aber nichts ist so schlimm wie das Leid, dass seine Mutter im Konzentrationslager erfahren hat und vor dem Hintergrund dieser Geschichte entsteht eine unglaubliche Spannung und Tragik.

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Ein Buch für die Stadt 2016

„Erst grau dann weiß dann blau“ – der Roman von Margriet de Moor – ist in diesem Jahr das Buch für die Stadt in Köln und der Region. 

Das Literaturhaus Köln und der Kölner Stadt-Anzeiger, die die Literaturaktion realisieren, haben sich dieses Mal für „Erst grau dann weiß dann blau“ der niederländischen Autorin Margriet de Moor entschieden. Es war de Moors erster Roman und ein riesiger Erfolg.

Sie erzählt die Geschichte von Magda, die eines Tages einfach ohne ein Wort verschwunden ist. Ohne Vorwarnung verlässt sie ihr angenehmes Leben – die Villa am Meer, den kultivierten Ehemann – und bricht aus dem vertrauten Alltag aus. Dann, zwei Jahre später, taucht sie plötzlich wieder auf, steht in der Küche als sei nichts gewesen. Erst nach und nach erfährt der Leser mehr über diesen Ausflug in die Vergangenheit, die im Rückblick aus der Perspektive der Protagonisten geschildert wird: von Magda, von Robert, ihrem Ehemann, den engen Freunden Nellie und Erik und von Gabriel, deren autistischer Sohn.

De Moors Erstlingswerk über Selbstfindung, Freiheit, Partnerschaft und auch Mord ist eine leidenschaftliche schöne traurige Liebesgeschichte, psychologisch fein gewebt, melancholisch im Ton und dabei beeindruckend erzählt.

Wer Margriet de Moors Romandebüt noch nicht kennen sollte, bekommt also in diesem Jahr ausreichend Gelegenheit dazu, wenn ab dem 6. November in Köln und der Region die Aktionswoche „Ein Buch für die Stadt“ beginnt. 

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Margriet de Moor © Maria Neefjes

Philipp Winkler
Hool

Aufbau Verlag 2016 / Gebunden/ 310 S. / 19,95 €

„Hool“ ist sprachgewaltig, roh und zum Fürchten authentisch. Der Hauptprotagonist Heiko hat eine Leidenschaft: Hannover 96 – sein Verein. Anders als andere Fans, die mit ihrem Verein die Kämpfe als passive Zuschauer im Stadion erleben, trägt er sie mit seinen Mitstreitern auf Plätzen vor den Arenen aus. Hooligan zu sein und die Ehre seines Vereins zu verteidigen, das gibt seinem Leben Sinn. Und trotz der Brutalität, die Heiko umgibt, scheint er oft ganz sanft und schutzbedürftig. Winklers Roman muss den Deutschen Buchpreis gewinnen, denn er verdient Aufmerksamkeit und ein großes Publikum.

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Joachim Meyerhoff
Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Kiepenheuer & Witsch 2015 / Gebunden / 352 S. / 21,99 €

Joachim Meyerhoff hat mit seinem „Alle Toten fliegen hoch-Zyklus“  bereits eine große Leserschaft gefunden. Der nominierte 3. Teil steht seit seinem Erscheinen auf der Bestsellerliste und mit dem 2. Teil „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ stand er bereits 2013 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, der es sich zum Ziel gesetzt hat, für deutschsprachige Autoren über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit zu schaffen , für das Lesen und das Leitmedium Buch. Und wenn vielerorts kritisiert wird, dass Meyerhoff eben diese Aufmerksamkeit schon genießt, hat er den Preis verdient, weil er ein herausragender Erzähler ist, der tragisch-komisch über sich und seine Familie schreibt mit einer Sprache, die zu Recht mit viel Aufmerksamkeit belohnt wird – und hoffentlich auch mit einer Platzierung auf der Shortlist!

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Peter Stamm
Weit über das Land
S. Fischer 2016 / Gebunden / 223 Seiten / 19,99 €

Zum dritten Mal steht Peter Stamm auf der Longlist des deutschen Buchpreises ( 2006 „An einem Tag wie diesem“; 2009 „ Sieben Jahre“). Mit seinem aktuellen Buch hat er eine Platzierung auf die Shortlist verdient, weil er in einem scheinbar kompakten und klaren Text von einer Beziehung schreibt, die viel Raum für Interpretationen lässt. Es geht um einen Ehemann und Vater, der seine Frau und seine zwei Kinder von einem Tag auf den anderen verlässt. Er muss das tun. „Warum?“:, fragt sich der Leser an dieser Stelle und darauf noch ganz oft. Es ist eine Geschichte, der viel Raum für Interpretationen lässt und den Austausch sucht und genau das soll Literatur doch, zum Nachdenken und Meinungsaustausch anregen – über Grenzen hinweg.

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Erfahrungsbericht

Thomas Melle
Die Welt im Rücken
Rowohlt Berlin, 2016 / Geb. / 352 Seiten / 19,95 €

Neben all den Romanen, die in diesem Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert sind, sticht Thomas Melles „Die Welt im Rücken“ heraus. Er schildert - sehr intensiv und sprachlich wunderbar herausgearbeitet - das Leben mit einer bipolaren Störung. Sich selbst macht er zum ungewollten Helden dieser Geschichte. Seit vielen Jahren lebt Melle bereits mit dieser Krankheit und legt nun sein Leben und Leiden offen. Mutig und radikal!

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Michael Kumpfmüller
Die Erziehung des Mannes
Kiepenheuer&Witsch Verlag / Gebunden / 320 S. / 19,99 €

Michael Kumpfmüller erzählt das Scheitern von seiner Hauptfigur Georg.
Der alles gab, um diese neue moderne Lebensweise mit in seine Ehe zu
nehmen. Von seinem Vater, der nicht an das "neue" Rollenbild der Männer
glaubte und dies auch deutlich zum Ausdruck brachte. Georg durchlebt
zwei Ehen, hat drei Kinder und findet trotzdem nicht die
gleichberechtigte glückliche Partnerschaft. Ein ungewöhnliches Thema,
das so in der deutschen Gegenwartsliteratur noch nicht beschrieben
wurde. Was wird eigentlich von dem "modernen Mann" erwartet? Was
erwartet Georg davon? Es ist ein Aufbegehren gegen alte Rollenmuster,
das dieser Roman beinhaltet: Es geht anders. Als Mann. Dies muss man
aber klar sagen, wollen & leben. Nach seinem Erfolg "Die Herrlichkeit
des Lebens" hat uns Kumpfmüller mit diesem Roman eine ganz neue Seite
von sich gezeigt und aufgrund seiner Vielseitigkeit als Autor, die er
damit beweist, gehört er für uns auch auf die Shortlist.

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Jenny Valentine
Durchs Feuer
dtv 2016 / Klappenbroschur / 220 S. / 14,95 €

Die junge Iris hat einige Probleme: Mit ihrer oberflächlichen Mutter, die an Barbie erinnert, kommt sie nicht zurecht, für ihren Stiefvater, einen gescheiterten Soap-Darsteller, hat sie nur Verachtung übrig und ihr Hang zum Zündeln macht die Sache auch nicht besser. Dann tritt Ernest, Iris' leiblicher, todkranker Vater, in ihr Leben und ändert alles. Ein gefundenes Fressen für Iris' Mutter, die sich bereits als Millionenerbin sieht. Denn Ernest ist ein hoch betuchter Kunstsammler. Während Iris sich langsam ihrem Vater annähert, verplant deren Mutter schon einmal das Erbe. Doch Ernests Tod bringt Klarheit. Es ist ein Abgang wie ein Paukenschlag und die letzte große Liebeserklärung an seine Tochter. Eine freche, witzige und berührende Außenseitergeschichte über Liebe, Lügen und Verlust!

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Katarina Bivald
Ein Buchladen zum Verlieben
btb 2016 / Taschenbuch / 448 S. / 9,99 €

Die junge Buchhändlerin Sara aus Schweden verliert ihre Anstellung und nimmt dies zum Anlass, endlich ihre amerikanische 65-jährige Brieffreundin Amy in den USA zu besuchen. Seit längerer Zeit verbindet sie die Liebe zur Literatur. Als Sara jedoch in Broken Wheel, einer kleinen trostlosen Stadt im amerikanischen Nirgendwo, ankommt, ist Amy jedoch unerwartet verstorben. Die junge Schwedin, geschockt und ratlos, fasst einen verrückten Entschluss: Mit Amys riesiger Büchersammlung eröffnet sie eine Buchhandlung und versucht den verschlafenen Ort für das Lesen zu begeistern. Ihre Empfehlungen sind so skurril und liebenswert wie die Einwohner selbst. Und allmählich beginnen die Menschen aus Broken Wheel zu lesen – während Sara erkennt, dass es im Leben noch mehr gibt als nur Bücher. Eine romantische, kurzweilige Liebeserklärung an das Lesen und die Macht der Bücher!

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Christina Nichol
Im Himmel gibt es Coca Cola
Mare 2016 / Geb. / 2016 / 448 S. / 22,00 €

Georgien 2002: Slims Achmed Makaschwili, ein bescheidener kleiner Anwalt beim Seerechtsministerium, ist sehr unzufrieden mit dem Zustand seines geliebten Heimatlandes. Er ist jedoch entschlossen, Georgien voranzubringen und beginnt glühende Briefe an Hilary Clinton - Schirmherrin eines Programms, das Unternehmen in ehemaligen Sowjetländern in erfolgreicher Geschäftsführung schulen soll - zu verfassen.  Wider Erwarten bekommt Makaschwili tatsächlich eine Antwort. Für einige Wochen wird er in die USA eingeladen und dort beginnt er, sein Land mit anderen Augen zu sehen. Eine unterhaltsame Entdeckungstour durch Georgien, einem Land im Wandel, eine humorvolle Gesellschaftsstudie, die perfekte Unterhaltung mit Tiefgang bietet!

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Jochen Rausch
Rache – Storys
Berlin Verlag / Geb. / 288 Seiten / 19,99 €

Von wegen „Rache ist süß“. Rache, das beweist Jochen Rausch in seinem neusten Storyband, ist bitter und trifft einen, wenn man es am wenigsten erwartet. Da gibt es die Geschichte über einen Rentner, der akribisch einen Prozess verfolgt und Sekunden nach der Urteilsverkündung seine Waffe zückt. - Was oder wen will er rächen? Ein Ex-Stasispitzel, der auf Usedom eine Klippe hinabstürzt. - Warum?  Oder z.B. ein Amokläufer,  der in einem American Diner irgendwo bei Stuttgart ein Blutbad anrichtet. - Wer oder was hat ihn zu dieser grausamen Tat motiviert? Insgesamt sind es elf Geschichten, von denen jede ihren eignen Sog hat. Ich habe beim Lesen Raum und Zeit vergessen und wie im „Rausch“ gelesen – ohne Unterbrechung. 

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J.R. Moehringer
Knapp am Herz vorbei
Fischer Verlag / Taschenbuch / 448 Seiten / 9,99 €

New York: 1969. Der berühmte und beliebte Bankräuber Willie Sutton wird nach 17 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Mit einem Fotografen und einem Reporter fährt er durch die Stadt auf den Spuren seiner kriminellen Vergangenheit: Die Kindheit im irischen Viertel, der erste Raub, dann 200 Banküberfälle, ohne je einen einzigen Schuss abzufeuern - und immer wieder Bess, die ihm das Herz brach. Der Autor J.R. Moehringer war als Kind fasziniert von Willie Sutton und hat ihm mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt. Auf jeder Seite spürt man beim Lesen die Faszination und wünscht sich, dass die Literatur ganz viele Legenden findet wie Moehringer Willie Sutton.

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Andreas Izquierdo
Romeo & Romy
Insel Verlag, Klappenbroschur, 491 S., 14,99 €

Leider verliert Romy ihre Stelle als Souffleuse am Theater, und damit scheitert auch ihr Traum, eines Tages als großartige Schauspielerin entdeckt zu werden. Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt sie daher in ihre Heimat, ein sächsiches Dorf, zurück, um ihr Erbe anzutreten. Schnell erkennt sie, dass die alten Dorfbewohner die Freude am Leben verloren haben und nur darauf zu warten scheinen, endlich auf dem Dorffriedhof beerdigt zu werden. Aber Romy steckt voller Ideen und Lebenslust und fasst den Plan, aus der alten Scheune ihrer Großmutter ein elisabethanisches Theater zu bauen. Mit dem Theaterstück "Romeo & Julia" versucht sie, die Dorfgemeinschaft zusammenzuführen. Geldsorgen, mangelnde Erfahrungen und fehlendes Durchsetzungsvermögen machen Romy jedoch das Leben schwer. Bis sie Ben, einen mittelmäßig erfolgreichen Werbestar, als Regisseur gewinnen kann. Lesevergnügen pur!

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Alexandra Burt
Remember Mia
DTV, Klappenbroschur, 384 S., 14,90 €

Estelle hatte einen schweren Unfall und ist mit dem Auto in eine Schlucht gestürzt .Kurze Zeit später erwacht sie im Krankenhaus – mit Amnesie. Sie kann sich an keine Details des Unfalltages erinnern - auch nicht daran, wo sich ihre kleine Tochter Mia befindet. Ehemann Jack ist verzweifelt und beginnt an den plötzlich aufgetretenen Erinnerungslücken seiner Frau zu zweifeln. Denn Mia war ein Schreikind und brachte Estelle in den letzten Wochen immer wieder an ihre Grenzen. Aber könnte sie ihrem Kind wirklich etwas angetan haben? Oder wartet Mia irgendwo darauf, gefunden zu werden? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ein hochspannender Thriller über eine Mutter, gefangen in ihrem persönlichen Albtraum!

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Roman

Garth Risk Hallberg
City on Fire
S. Fischer Verlag 2016 / Geb. / 1075 Seiten / 25,00 €

New York City – das Jahr 1976 neigt sich seinem Ende zu und das mit einem lauten Knall. Unvermittelt fallen Schüsse im Central Park. Dieses Ereignis wird die Leben von fünf völlig unterschiedlichen Menschen untrennbar miteinander verbinden: Das schwerreiche Geschwisterpaar Will und Regan, die sich beide mehr oder weniger erfolgreich gegen die Familie auflehnen, Mercer, Wills Geliebter, der neben seinem Lehrerdasein davon träumt, den großen amerikanischen Roman zu schreiben und die Punk-Kids Sam und Charlie aus der Vorstadt. Sie alle leben, lieben und leiden in dieser großen Stadt. New York gleicht einem Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann - in diesem Jahr 1977: In der Bronx brennen Häuser, Patti Smith erobert die Musikwelt und die Reichen kämpfen gegen den Bankrott. Alles brodelt und pulsiert. Als dann auch noch am 13. Juli der große Stromausfall die ganze Stadt im Dunkeln versinken lässt, gerät sie in den Ausnahmezustand und nichts ist mehr so wie es einmal war.

„City on Fire“ ist ein monumentaler Großstadtroman, der den Leser sofort in seinen Bann zieht. Man meint auf jeder Seite den Lärm der Stadt zu hören, die Abgase der tausenden Autos zu riechen und die Energie der New Yorker zu spüren. Garth Risk Hallberg lebt selbst in New York und dies merkt man seinem Romandebüt auch an. Ein großer und außergewöhnlicher Roman!

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Roman

Christoph Hein
Glückskind mit Vater
Suhrkamp Verlag 2016 / Geb. / 526 Seiten / 22,95 €

Christoph Hein schildert in seinem neuen Roman die Geschichte eines Mannes, der, auf die 70 zugehend, retrospektiv davon erzählt, welch unglaubliche Mittel er findet und Wege er geht, um eine große Last loszuwerden, die ihn seit seiner Geburt begleitet. Er, Konstantin Boggosch, ist Sohn eines Kriegsverbrechers, der auf seinem Unternehmensgrundstück noch kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs ein Konzentrationslager errichten ließ, damit sich Kriegsgefangene für ihn zu Tode schuften.

Obwohl Konstantin seinen Vater, der von den Russen für seine Taten nach Kriegsende hingerichtet wurde, nie kennen gelernt hat, prägt dieser sein ganzes Leben. Die Vaterfigur lastet unendlich schwer auf seinen Schultern, die Scham über dessen Taten durchzieht sein Leben wie ein roter Faden. Der Leser begleitet ihn bei seinen Versuchen, dieser Last zu entfliehen und erlebt dabei eine sehr lebendige Darstellung des Deutschlands von der Nachkriegszeit bis zum Mauerfall. Beeindruckend und lesenswert!

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Roman

Abbas Khider
Ohrfeige
Hanser Verlag 2016 / Geb. / 224 S. / 19,90 €

Das politische Geschehen wird derzeit durch das Flüchtlingsthema sehr beherrscht und - in Folge - die Literatur zum Thema deutlich stärker wahrgenommen. Gerade erschienen ist nun der vierte Roman des gebürtigen Irakers Abbas Khider, der vor langer Zeit als Asylbewerber nach Deutschland kam. Im Mittelpunkt seiner beeindruckenden Geschichte steht Karim, ein Flüchtling, der die Ausländerbehörde betritt, um ein letztes Mal das Gespräch mit der für ihn zuständigen Sachbearbeiterin zu suchen. Wut beherrscht ihn, vor allem der Wunsch, dass ihm endlich jemand zuhört!

Drei Jahre zuvor sprang er von der Ladefläche eines Transporters ins Freie und glaubte zunächst, dass er in Frankreich sei. Bis dorthin hatte er für seine Flucht aus dem Irak bezahlt. In Wahrheit landete er mitten in der bayerischen Provinz, hier wurde er von der Polizei aufgegriffen und in eine Flüchtlingsunterkunft gebracht. Von nun an bestand und besteht Karims Leben daraus, sich durch Formulare zu kämpfen und in Asylunterkünften zu überleben. Jetzt soll er abgeschoben werden – er steht ganz am Anfang.

Mit „Ohrfeige“ ist Khider ein sehr aktueller Roman gelungen, der es schafft, auf warmherzige, auch humorvolle Weise zu schildern, was ein Mensch auf sich zu nehmen bereit ist, um sich eine Zukunft aufzubauen. Durch Karims Augen lässt Khider seine Leser zudem in die Welt und den Alltag der Flüchtlinge eintauchen und kann dort für Empathie sorgen, wo sonst nur die Fakten der Nachrichtenmagazine vorherschen. Unbedingt lesen!

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Anne Enright
Rosaleens Fest

DVA 2015 / Geb. / 384 Seiten / 19,99 €

Im Zentrum dieses neuen Romans der irischen, vielfach ausgezeichneten Autorin steht Rosaleen Madigan, Mutter von vier Kindern. Die mittlerweile erwachsen sind, in alle Welt verstreut und ihr Leben unabhängig von der Mutter planen. 25 Jahre werden im Rückblick erzählt, die Kinder werden an verschiedenen Punkten ihres Lebens begleitet.

Als Rosaleen beschließt, das Familienhaus zu verkaufen, lädt sie zu einem letzten Weihnachtsfest dorthin ein. Die Kinder reisen mit diffuser Hoffnung auf ein versöhnliches Miteinander an – und doch endet es, wie jedes Weihnachten geendet hat …

Die Familie ist Bedrohung und Kraftquell zugleich. Anne Enright zeigt sich als genaue Beobachterin, wie wir sie aus ihren früheren Romanen schon kennen: Beiläufig genau, kühl und mitfühlend in den Bemerkungen, die boshaft wirken könnten, beschreibt sie die Abgründe dieser Konstellation. Nüchtern, realistisch, von einem feinen Humor durchzogen.

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Karl Wolfgang Flender
Green Wash Inc.

DUMONT Verlag 2015 / Geb. / 392 Seiten / 19,99 €

„We care for nature“ – so lautet der Firmenslogan der PR-Agentur Mars & Jung. Falls es irgendwann mal brennt oder sie ein Problem haben, zum Beispiel mit Genmais oder der Produktion in einem asiatischen Sweatshop: Die Agentur hilft und bietet eine ganzheitliche Betreuung von Imagekampagnen über die Beschaffung von Fair-Trade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Das klingt zynisch, verläuft aber nah an unserer Realität entlang.

Thomas Hessel, Protagonist dieses Debutromans, ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Empathie, Kreativität, außerordentliches Engagement und ein hohes Maß an Skrupellosigkeit. Für PR-Stories, um den Agenturkunden ein sauberes Image zu verschaffen, reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle glauben wollen. Denn Öko-Label, Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit sind ein Geschäft, sind Werbeversprechen. Der Konsument zahlt auch für ein reines Gewissen. Dieser Roman wirkt wie literarisch verpackte Aufklärung, der Leser erhält jede Menge Information über Produktions- und Werbepraktiken in dieser mitreißenden und spannend erzählten Geschichte.

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Christoph Poschenrieder
Mauersegler

Diogenes Verlag 2015 / Geb. / 224 Seiten / 22,00 €

Fünf alte Männer beschließen, eine WG zu gründen, um der Vereinsamung und dem möglicherweise qualvollen langen Sterben etwas entgegen zu setzen. Seit Kindheitstagen sind sie befreundet, gingen zusammen zur Schule, studierten, gründeten Familien und waren erfolgreich im Beruf. Jetzt sind sie alt, wohlhabend und familiär weitestgehend frei. Bei ihrem jährlichen Treffen in Erinnerung an den ehemals Sechsten in der Runde, der früh gestorben ist, nimmt die Idee Gestalt an. Das Projekt reift und einige Monate später ziehen sie in ein Haus am Starnberger See: jeder in seiner Eigenart, seinem Eigensinn, der Alterssturheit, fünf echte Kaliber. Aus dieser Unterschiedlichkeit entsteht Spannung und Witz, es knirscht ganz schön im Gebälk, wenn Selbstverwirklichung und Hausregeln aufeinanderprallen. Den Wunsch, in Würde zu sterben, wollen sie sich durch ein hochkomplexes Computerprogramm erfüllen, dass Ernst, einer der WG-Mitglieder, ausgetüftelt hat: Wenn es soweit ist, haben sie dadurch die Möglichkeit, einander beim Sterben zu helfen.

Ein wunderbarer Roman über Freundschaft, Älterwerden und Sterben, vom Autor entspannt erzählt mit einer Leichtigkeit und feinen Ironie, die dem Thema die Schwere nimmt ohne oberflächlich zu wirken.

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Holly Goldberg Sloan
Glück ist eine Gleichung mit 7

Hanser Verlag 2015 / geb. / 304 Seiten / 16,90 €
ab 13 Jahren

Willow ist 12 Jahre alt, hochbegabt, ein sehr umtriebiges großherziges Mädchen, vor allem ein positiv denkender Mensch. Und sie ist einsam, einsam seit dem Tag, an dem sie erfuhr, dass ihre Adoptiveltern bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, überwindet sie die Trauer auf ihre ganz eigene Weise. Da ist zum einen Duke, der übergewichtige Sozialarbeiter ihrer Schule, bei dem Willow plötzlich einziehen muss und durch den sie ihre erste richtige Freundin kennenlernt. Dann ist da noch Jairo, der für sie mehr als nur ein Taxifahrer ist. Durch ihre mitreißende Art verändert sie das Leben all der Menschen, auf die sie trifft. Und jeder Einzelne entdeckt, welche Kräfte in ihm stecken.  Eine toll erzählte traurig komische Geschichte, in der sich Schräges und Anrührendes die Waage halten.

Kurzum: ein sehr lesenswertes Buch, weil es die Grundwerte des Lebens aus jugendlicher Perspektive beschreibt. Der Tipp unserer Auszubildenden Lena Müller: Unbedingt lesen und verschenken!

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Sarah Moss
Wo Licht ist

Mare Verlag 2015 / Ge. / 336 Seiten / 22,00 €

Der Roman spielt in Manchester, Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Ally Moberly. Ihre Eltern könnten unterschiedlicher nicht sein: der Vater, ein bekannter Maler, warmherzig, sinnlich, mit einem unbestechlichen Blick für das Schöne; die Mutter eine unbeugsame Christin, entschlossen kämpfend für die Rechte von Armen und Außenseitern. Den Töchtern lebt sie vor, dass religiöse und politische Prinzipien wichtiger sind als der eigene Hunger, Gefühle und die Sehnsucht nach Wärme. Während die jüngere Tochter May früh den Absprung schafft und auszieht, verharrt Ally in einem aussichtslosen Kampf um die Liebe und Anerkennung ihrer Mutter. Doch selbst als sie ein Stipendium erhält und als eine der ersten weiblichen Studentinnen für ein Medizinstudium an der Universität London angenommen wird, zeigt sich ihre Mutter kaum beeindruckt. Ally begreift, dass sie ihren eigenen Weg zu gehen.

Mit großem Gespür für den Zeitgeist und die Zwänge des 19. Jahrhunderts schildert Sarah Moss das Aufeinanderprallen zweier viktorianischer Milieus - die hart arbeitende lieblose Mutter auf der einen und den Kunst liebenden Vater auf der anderen Seite - und erzählt die Geschichte einer jungen klugen, sensiblen Frau, die sich auf der Suche nach Bildung und Liebe von beiden befreien muss.

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Dorothy Baker
Zwei Schwestern

dtv 2015 / Geb. / 280 S. / 19,90 €

Dorothy Baker, geboren 1907 in Montana und verstorben 1968, zählt zu den bedeutenden Wiederentdeckungen der jüngeren Zeit. Ihr Roman „Zwei Schwestern“ erschien zum ersten Mal Anfang der 60er Jahre. Jetzt liegt die Neuübersetzung vor und es lohnt sich, diese Autorin kennen zu lernen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Zwillingsschwestern Cassandra und Judith, bisher unzertrennlich, aufgewachsen in einem liberal - intellektuellen Elternhaus. In ihrem Selbstverständnis als Jugendliche standen sie über und jenseits der gemeinen Masse der Bevölkerung. Jetzt sind sie junge Erwachsene und Judith lebt seit einigen Monaten in New York – Cassandra leidet unter dieser Trennung. Dann erfährt sie zu alledem, dass Judith beabsichtigt, zu heiraten.

Für Cassandra ist klar, dass das verhindert werden muss, droht doch dadurch die immer wieder beschworene Zweisamkeit der eineiigen Zwillinge zu zerbrechen. Die Geschichte der Schwestern, das schmerzhafte Ringen um Identität ist gleichzeitig ein scharfsinniges Porträt der damaligen Gesellschaft – spannend, tiefgründig – und großartig erzählt.

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Eva Lapido
Wende

Picus Verlag 2015 / geb. / 328 Seiten / 22,90 €

Ein Gesellschaftsroman, ein Krimi – beides trifft auf das Debut von Eva Lapido zu. Auf jeden Fall eine außergewöhnliche Geschichte, die historische Ereignisse aus der jüngeren Zeit der Bundesrepublik zu einem hoch spannenden Szenario verknüpft. Im Mittelpunkt des Romans steht ein junger Ostdeutscher, Rene Hartenstein, Jurist, der im Westen sein Glück sucht und findet: Eine viel versprechende Karriere in der Energieindustrie, die Frau, die er liebt, an seiner Seite. Doch dann, nach der Katastrophe von Fukushima, verkündet die Bundesrepublik den Atomausstieg und in der Folge entlassen die Energiekonzerne viele ihrer Mitarbeiter. Auch Rene Hartenstein wird entlassen zusammen mit einem befreundeten Kollegen, der sich noch am selben Abend das Leben nimmt. Tatsächlich ein Selbstmord?

Für Rene Hartenstein ergibt sich schon bald die Chance eines beruflichen Neuanfangs bei einem Investmentfonds in London. Seine neue Chefin ist eine undurchsichtige wie attraktive Frau, in deren Bann er zunehmend gerät. Neugierig und fasziniert dringt er immer tiefer in ihre Vergangenheit. Dabei stößt er auf brisante Geheimnisse in der Energiewirtschaft. Ausländische Stasi-Aktivitäten spielen ebenso eine Rolle wie der Aufstieg der Grünen in den 80er Jahren: Deutsch-deutsche Geschichte, bitter, erschreckend, spannend und brillant erzählt.

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Roman

Emily St. John Mandel
Das Licht der letzten Tage
Piper 2015 / Paperback / 416 S. / 14,99 €In „Das Licht der letzten Tage“ wird erzählt, wie zerbrechlich unsere Welt eigentlich ist. Nach Ausbruch der „Georgischen Grippe“ sind 99,9 % der Menschheit einfach ausgelöscht worden. Nur eine Handvoll Menschen hat die Krankheit überlebt. 20 Jahre nach der Katastrophe ist das Leben auf der Erde nicht mehr so wie es einst war: es gibt keinen Strom, die Nahrungsmittel sind knapp und die wenigen Menschen, die sich noch auf der Erde bewegen, sind sich nicht immer wohlgesonnen. Doch die Überlebenden geben nicht auf – sie haben sich Hoffnung und Zuversicht bewahrt.

Der kanadischen Autorin Emily St. John Mandel ist mit „Das Licht der letzten Tage“ ein melancholischer Post-Apokalypse-Roman gelungen, der vollkommen ohne die typischen Genremerkmale auskommt. Statt auf Zombie-Horror zu setzen, zeigt St. John Mandel den menschlichen Horror der Tragödie auf. Nach der Lektüre des Romans bleibt der Leser sehr nachdenklich zurück und erkennt vielleicht, wie schön unsere Welt doch ist. Ein Geheimtipp!

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Jane Gardam
Ein untadeliger Mann

Hanser Berlin 2015 / Geb. / 345 S. / 22,90 €

Edward Feathers ist ein Mann ohne Fehl und Tadel. Er ist der vollendete Gentleman wie er im Buche steht. Auch seine Karriere als Kronanwalt in Hongkong ist beispielhaft. Doch nun ist Feathers alt und wieder zurück in England und muss mit dem Tod seiner geliebten Frau Betty zurechtkommen. Seine perfekte Haltung täuscht alle und oft sogar ihn selbst. Der Tod seiner Frau öffnet jedoch bisher verschlossen gehaltene Türen in ihm und Feathers beginnt, sich mit seiner Vergangenheit, die eng an die Geschichte des Britischen Empire geknüpft ist, auseinanderzusetzen.

Mit „Ein untadeliger Mann“ liegt erstmals ein Roman der preisgekrönten britischen Autorin Jane Gardam in deutscher Sprache vor. In Großbritannien veröffentlichte die inzwischen 87-jährige bereits zahlreiche Kinderbücher, Romane und Erzählungen. In ihrem bekanntesten Werk „Ein untadeliger Mann“ schildert Gardam auf scharfsinnige und feinfühlige Art und Weise die Geschichte eines Leben und die eines ganzen Empires. Es bleibt zu hoffen, dass noch weitere Übersetzungen dieser großen Autorin folgen!

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Lily King
Euphoria
C.H.Beck Verlag 2015 / Geb. / 262 S. / 19,95 €

Margret Mead, US-amerikanischen Anthropologin, war durch ihre Forschungsarbeiten in den 1960er und 1970er Jahren sehr populär. Mit ihren Studien über die Sexualität bei südpazifischen Kulturen galt sie als eine der Wegbereiterinnen der sexuellen Revolution. Weltberühmt wurde Mead durch ihre Forschungsreisen 1931 nach Neuguinea, wo sie die Gesellschaftsstrukturen verschiedener Stämme erforschte und daraus folgerte, dass die bis dahin bekannten Geschlechterrollen kulturell bedingt seien und nicht genetisch vorgegeben. Für die damalige Zeit eine äußerst provokante These.

Von dieser Zeit im Leben Margret Meads hat sich die mehrfach ausgezeichnete amerikanische Autorin Lily King inspirieren lassen und darüber einen grandiosen spannenden Roman geschrieben. Im Mittelpunkt steht Nell Stone, die mit ihrem Mann Fen auf Forschungsreise in Neuguinea unterwegs ist. Dabei lernen sie den Briten Andrew Bankson kennen und arbeiten fortan gemeinsam, verstrickt in eine emotionale und intellektuelle Dreiecksbeziehung. Auf ihrem Weg gelangen die drei Forscher zu den Tam, einen weiblich dominierten Stamm mit ungewohnten Ritualen. Je intensiver sie sich mit dem Leben und den Verhaltensweisen der Tam beschäftigen, desto leidenschaftlicher treten ihre unterschiedlichen Wünsche und Interessen untereinander zutage. Das Ende: hochdramatisch und unerwartet!

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Brooke Davis
Noch so eine Tatsache über die Welt
Verlag Antje Kunstmann 2015 / Geb. / 280 S. / 19,95 €

Die kleine Millie Bird hat ein ungewöhnliches Hobby: In einem Notizheft führt sie Buch über die   toten Dinge, die ihr in ihrem Alltag begegnen. So zum Beispiel ihr Hund Rambo, ihre Großmutter oder auch der Weihnachtsbaum. Eines Tages muss Millie ihren Vater mit in ihr Buch schreiben. Daraufhin versinkt Millies Mutter immer mehr in Depressionen und setzt Millie kurzerhand in einem Kaufhaus aus – entschlossen, Australien zu verlassen. Drei Tage verbringt das kleine Mädchen unentdeckt im Kaufhaus, wo es sich unter riesigen Unterhosen versteckt und mit der Schaufensterpuppe Manny und dem alten Kauz Karl anfreundet. Dieser ist erst vor kurzem aus dem Altersheim davongelaufen. Gemeinsam beschließen sie, sich auf die Suche nach Millies Mutter zu machen. Auch Millies verschrobene Nachbarin Agatha unterstützt die kleine Suchtruppe. Sie hat seit vielen Jahren – nach dem Tod ihres Mannes - ihr Haus nicht mehr verlassen und kennt die Welt nur noch von ihrem Wohnzimmerfenster aus.Die australische Autorin Brooke Davis erzählt in ihrem berührenden Debüt von Verlust und Trauer und zugleich von einem Abenteuer voll furiosem Witz: Drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, stellen sich einer Herausforderung, finden dabei zurück ins Leben und finden die Liebe. Ein Lesevergnügen, das kein Auge trocken lässt!

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Patry Francis
Die Schatten von Race Point

Mareverlag 2015 / Geb. / 592 S. / 20,00 €

Große Liebe, großes Drama, außerordentlich spannend: Dieser 600 Seiten starke Roman ist der ideale Sommerschmöker. Schauplatz ist eine Kleinstadt am äußersten Zipfel von Cape Cod,  in der Hallie Costa voller Geborgenheit aufwächst. Die Mutter ist früh gestorben, ihr Vater kümmert sich liebevoll um sie. Das beschauliche Leben in der kleinen Gemeinde wird durch einen Mord erschüttert: Der Vater ihres Schulfreundes Gus erschlägt seine Frau, der Junge ist fortan traumatisiert, verschließt sich und verstummt. Hally will ihn retten, kümmert sich rührend um Gus, bis er bereit ist, wieder am Leben teil zu nehmen. Im Laufe der Jahre wird aus dieser besonderen Freundschaft Liebe. Ein Zwischenfall am Strand von Race Point entzweit das Paar und Gus trifft eine folgenreiche Entscheidung: Er tritt in ein Priesterseminar ein! Für  Hallie bricht eine Welt zusammen, sie kann nicht glauben, dass sie ihre große Liebe gehen lassen muss ... Man fühlt sich beim Lesen an die „Dornenvögel“ erinnert, Kitsch und Klischees kommen in diesem Roman nicht zu kurz, dennoch ist es eine packend erzählte Liebesgeschichte voller Geheimnisse und ungeahnter Wendungen!

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Elizabeth Strout
Das Leben natürlich

btb 2014 / Broschur / 400 S. / 9,99 €

Die Handlung spielt an der amerikanischen Ostküste, eine typische Kleinstadt im Bundesstaat Maine: hohe Arbeitslosigkeit, viele Alte, die Jungen wandern ab, wirtschaftlicher Niedergang. Susan, die einzige von drei Geschwistern, ist in dem Ort geblieben, verlassen von ihrem Mann seit vielen Jahren. Sie lebt zusammen mit ihrem 19-jährigen Sohn Zachary in einem eiskalten, ungemütlichen Häuschen. Als der verschlossene Junge eines Tages einen halb aufgetauten Schweinekopf in die behelfsmäßige Moschee im Ort rollen lässt, ist die kleine Gemeinde erschüttert. Ein rassistisches Verbrechen? Auf jeden Fall ein Skandal, mit dem Susan allein nicht fertig wird. Sie bittet ihre Brüder Jim und Bob um Hilfe, die als Anwälte in New York arbeiten. Unterschiedlicher könnten diese beiden Brüder nicht sein: Jim, der reiche Karriere-Jurist, lebt mit seiner Frau Helen in einem schönen großen Haus. Bob hingegen war noch nie besonders erfolgreich, ist geschieden, und seine beste Freundin ist immer noch die Exfrau. Widerwillig kehren die Brüder nach Shirley Falls zurück, um dem Hilferuf der Schwester zu folgen - nicht ahnend, dass ihre Rückkehr nach Maine ihr bisheriges Leben vollkommen umkrempeln wird .

Eine vielschichtige Familiengeschichte, unsentimental und dennoch tief berührend. Neu im Taschenbuch und daher ein Muss für das Handgepäck!

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Ayelet Gundar-Goshen
Löwen wecken

Kein & Aber 2015 / Geb. / 432 S. / 22,90 €

Der neue Roman der israelischen Autorin Ayelet Gundar-Goshen beginnt mit einem Knall: Der erfolgreiche Neurochirurg Etan Grien überfährt in einer Vollmondnacht einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen und der Mann wird ohnehin sterben. Um Familie und Karriere zu schützen, beschließt Etan, den unglücklichen Unfall zu verschweigen und überlässt den schwer Verwundeten seinem Schicksal. Am nächsten Tag steht jedoch die Frau des Opfers vor der Tür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag: Nacht für Nacht soll Etan von nun an Einwanderer medizinisch versorgen. Im Gegenzug wird sie den von ihr beobachteten Unfall nicht melden. Etan geht darauf ein, nicht ahnend, dass diese Entscheidung sein Leben komplett aus der Bahn werfen wird.

Gundar-Goshen gelingt auf spannende Art und Weise die Gratwanderung zwischen Gut und Böse, Liebe und Hass, Schuld und Vergebung. Letztlich muss sich der Leser fragen, wie er selbst in einer solchen Situation gehandelt hätte und welchen Wert das Leben eines Menschen besitzt. Ein großes Buch, dem wir viele Leser wünschen.

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Romane

Joseph O'Connor
Die wilde Ballade vom lauten Leben
S. Fischer 2015 / Geb. / 416 S. / 22,99 €

Robbie und Fran, zwei jugendliche Freaks, sind schon seit der Schulzeit befreundet. Die Zeit vertreiben sie sich am liebsten mit Musik statt Vorlesungen zuhören. Als sie ab- und ausgebrannt mit ihrer Band „The Ships“ von einer  College-Tour durch die USA zurückkehren, erwartet sie eine unerwartete Nachricht, die der Band zu riesigem Erfolg verhilft. Auf den kometenhaften Aufstieg folgt jedoch ein bitterer Fall, der die Band auseinanderreißt. Während Fran alleine zur gefeierten Musiklegende aufsteigt, hat Robbie schwer mit dem Misserfolg und seiner zerbrochenen Freundschaft zu kämpfen. Jahre später raufen sich die Bandmitglieder noch einmal zusammen und beschließen ein Comeback – vor allem um Robbies Lebensgeister  wieder zu wecken.

Mit „Die wilde Ballade vom lauten Leben“ ist dem Briten Joseph O'Connor eine hinreißend komische und tief berührende Geschichte über Musik, Freundschaft und verpasste Liebe gelungen. Seine ungewöhnlich phantasie- und ausdrucksvollen Sprache nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Popszene der achtziger Jahre. Für Musik- und Buch-Liebhaber ein absolutes Muss!

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Anthony Doerr
Alles Licht, das wir nicht sehen

Beck 2014 / Geb. / 528 S. / 22,95 €

Für „Alles Licht, das wir nicht sehen“ erhält Anthony Doerr in diesem Jahr den hochangesehenen Pulitzer Preis in der Sparte „Roman“.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1934, endet zehn Jahre später und liest sich wie ein Schmöker über den Zweiten Weltkrieg, spannend und historisch ausgezeichnet recherchiert. Im Mittelpunkt steht die junge Marie – Laure, die mit ihrem Vater vor den Nazis aus Paris nach Saint Malot zu ihrem Onkel Etienne flieht. Marie - Laure ist an Grauem Star erkrankt und erblindet früh zu Beginn der Erzählung. Der Vater, der im "Muséum National d'Histoire Naturelle“ arbeitet, kümmert sich rührend um seine Tochter und lehrt sie, wie man auch ohne Augenlicht in der Welt überleben kann.

Die zweite Hauptfigur in diesem Roman ist der jugendliche Deutsche Werner Hausner, der als Waise mit seiner jüngeren Schwester in einem Heim in der Nähe der Zeche Zollverein aufwächst. Jetzt ist er Teil einer Spezialeinheit der Wehrmacht, deren Aufgabe es ist, Feindsender aufzuspüren. Auf der Suche nach dem Sender, über den Marie-Laures Onkel Etienne die Resistance mit Daten versorgt, rückt die Einheit nach Saint Malo vor. Die Geschichte spitzt sich dramatisch zu, als Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt wird, man vermutet, dass er über einen kostbaren Schatz verfügt, ein besonders wertvolles Exponat aus dem Naturmuseum, das er auf der Flucht vor den Nazis nach Saint Malo mitgenommen hat und versteckt hält.

Kunstvoll und spannend, in eine wunderschöne Sprache gekleidet, erzählt Doerr diese Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg – und vor allem die Geschichte von Marie-Laure und Werner,, zwei Jugendlichen, deren Lebenswege sich für einen folgenreichen Augenblick kreuzen. Unbedingt lesen!

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Romane

Kate Hamer
Das Mädchen, das rückwärts ging

Arche 2015 / Geb. / 416 S. / 16,99 €

Im dichten englischen Nebel verschwindet ein kleines Mädchen, die achtjährige Carmel. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen und die Polizei tappt im Dunkeln. Wurde sie entführt? Ist sie ausgerissen? Verzweifelt gibt sich Carmels Mutter Beth selbst die Schuld: Hat sie nicht genug achtgegeben auf ihr einziges Kind? Denn Carmel ist ein ganz besonderes Mädchen. Sensibel und reifer als andere in ihrem Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend und verträumt. Letztlich sucht Carmels Mutter selbst nach der verlorenen Tochter und geht dabei Schritt für Schritt zurück in der gemeinsamen Zeit, denn jede Kleinigkeit zählt.

Spannend bis zur letzten Zeile erzählt die Britin Kate Hamer in ihrem Debütroman eine zutiefst bewegende Geschichte über eine Mutter und ihr verloren gegangenes Kind, über Verlust und zu viel Liebe und dem Wunsch nach einem eigenständigen Leben der Tochter. Ungeheuer fesselnd!

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Sadie Jones
Jahre wie diese

DVA 2015 / Geb. / 416 S. / 19,99 €

Der Roman beginnt in den siebziger Jahren, Schauplatz ist London. Der junge Luke Kanowski beschließt, Provinz und Elternhaus den Rücken zu kehren, um in London als Dramatiker Ruhm und Erfolg zu erlangen. Er ist 22 Jahre alt. Zum ersten Mal in seinem Leben findet er Menschen, die sind wie er: nicht gesellschaftsfähig, auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, nach einem Zuhause, nach Liebe; Menschen, die dieselben Dinge brauchen wie er. Zusammen mit Paul, einem angehenden Produzenten, und Leigh, Pauls Freundin, einer Bühnenmanagerin, gründet er eine Theaterkompanie. Ihre Schicksale sind ineinander verschränkt, die Theaterwelt verbindet sie. Bald feiert das kleine Unternehmen erste beachtliche Erfolge, die die drei Freunde noch enger zusammenschweißen. Aber - sie lieben die falschen Menschen, fügen Schmerzen zu und verkomplizieren ihr eigenes Leben und das der anderen. Die Freundschaft wird entscheidend auf die Probe gestellt, als Luke auf Nina trifft, eine temperamentvolle, aber labile Schauspielerin, die ihn nicht mehr loslässt. Erst in ihrem Umgang miteinander und im Erschaffen von Kunst finden die vier das wahre Leben mit all seinen Gefahren, den vielen Hindernissen, die sich der Freude in den Weg stellen – und das wahre Glück.

Die britische Autorin Sadie Jones hat mit „Jahre wie diese“ einen interessanten spannenden und vielschichtigen Roman geschrieben. Wer eine gut erzählte Geschichte und feinfühlig skizzierte Charaktere sucht, wird sie hier finden!

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Romane

John Williams
Butcher's Crossing
dtv 2015 / Geb. / 368 S. / 21,90 €

Amerika um 1870: Will Andrews stehen in Havard alle Türen offen, doch der Reiz der Wildnis ist stärker. So kommt es, dass er sich in der Prärie des Mittleren Westens als Pionier versucht. Dort, am Rande von Nirgendwo im kleinen Städtchen Butcher's Crossing, einem Ort für Abenteurer und Draufgänger, hört Andrews zum ersten Mal die Geschichten über riesige Büffelherden, die nur darauf warten, eingefangen zu werden. Er schließt sich einer Expedition ins Land der riesigen Tiere an. Die Reise ist aufreibend und strapaziös, aber am Ende erreichen die Männer einen Ort von paradiesischer Schönheit. Doch statt von Ehrfurcht werden sie von Gier ergriffen - und entfesseln eine Tragödie.

Die deutsche Erstübersetzung von John Williams Roman entpuppt sich als großartiger Abenteuerroman, der die Weite des Wilden Westens lebendig werden lässt. Bei aller nostalgischen Schwärmerei schafft es Williams mit „Butcher's Crossing“ aber gleichzeitig zu zeigen, was ein Mensch im Leben gewinnen und wieder verlieren kann. Nach seinem großen Erfolg mit „Stoner“ liefert Williams mit seinem neusten Roman wieder ein Meisterwerk ab, das den Leser in Atem hält und so schnell nicht mehr loslassen wird. Unbedingt lesen!

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Romane

Doris Knecht
Wald 
Rowohlt Verlag 2015 / Geb. / 272 Seiten / 19,95 €

Doris Knecht gehört zu den originellsten und witzigsten Stimmen des östereichischen Journalismus. Für ihre journalistischen Arbeiten und ihre Romane wurde sie in der Vergangenheit schon mehrfach ausgezeichnet. Auch ihr neuer Roman „Wald“ ist im typisch bissig-witzigen Ton geschrieben. Marian, die Protagonistin der Geschichte, lebt in dem alten Haus ihrer verstorbenen Tante, trägt deren alte Klamotten auf, ernährt sich von deren Vorräten und verfeuert die Möbel im Haus, damit sie nicht erfriert. Sie wildert im Wald und am Fluss, stiehlt von den Bauern der Umgebung Saatgut und Hühner. Dass sie einmal soweit unten sein könnte, hätte die Modedesignerin nie gedacht. Erst verlor sie ihren langjährigen Freund Oliver, dann Bruno und schließlich setzte sie auch noch ihr Modeunternehmen in den Sand. Jetzt kämpft sie ums Überleben (jagen, kochen, ackern).

Die Auseinandersetzung mit dem Existenziellen im Leben tut der verwöhnten Großstädterin gut. Doris Knecht hat Spaß, diesen Kontrast auszumalen: früher Champagner, Designerklamotten, Burgtheater und bloß keine Verpflichtungen und jetzt in klobigen Schuhen vor Sonnenaufgang eine Forelle fangen. Im Dorf hat Marian keine Freunde bis auf eine Nachbarin, auf deren behinderten erwachsenen Sohn sie manchmal aufpasst. Und bis auf Franz. Franz ist der geachtete Großbauer der Region, der sie beim Wildern erwischt, sie zu seiner Geliebten macht und ihr hilft, wieder ins Lot zu kommen.

Ein unterhaltsamer Roman vom Fall und Wiederaufstieg einer Frau, die sich neu definieren muss. 

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Romane

Meg Wolitzer
Die Interessanten

DuMont Buchverlag 2014 / Geb. / 608 Seiten / 22,99 €

In dem neuen Roman der amerikanischen Autorin Meg Wolitzer treffen wir auf  fünf junge New Yorker in den 70er Jahren. Sie lernen sich in einem Sommercamp kennen in einer Welt der Kunst, Kreativität und Freiheit. Julie, die nach dem Tod ihres Vaters unbedingt raus will aus ihrem  provinziellen Zuhause, erlebt in diesem Sommercamp an der Ostküste eine neue Welt. Wegen ihrer Schlagfertigkeit und ihres schwarzen Humors wird sie in die priviligierte Clique als 6. Mitglied aufgenommen. Sie nennen sich die Interessanten, „ …weil wir einfach so verdammt faszinierend und unsere Hirne so übervoll mit intellektuellen Überlegungen sind …“. Der Name war ironisch gemeint.

Aus den Begegnungen in dem Camp entwickeln sich Freundschaften, die über Jahrzehnte andauern - angefüllt von Träumen, großen Hoffnungen, von Zweifeln, von erwartungsvoll begonnenen Liebesbeziehungen und deren Scheitern. Nicht jeder der Interessanten kann aus seinen Begabungen das machen, was er sich als Jugendlicher erträumte. Was bestimmt das Leben? Talent? Glück? Das Resultat eigener Entschlossenheit? Meg Wolitzer zeigt an ihren Figuren die Tragik und Komik des Daseins und erzählt davon, wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich versteht – vielleicht zu spät –, wer man einmal war und wer man geworden ist. ›Die Interessanten‹ ist ein großer Gesellschafts- und Ideenroman über das Wesen der Kunst und der Freundschaft vor dem Panorama der USA in den letzten vierzig Jahren. 

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Romane

Philip Teir
Winterkrieg

Blessing 2014 / Geb. / 384 Seiten / 19,99 €

Max Paul, Soziologe an der Universität von Helsinki und zugleich erfolgreicher Buchautor, hat ein ganz besonderes akademisches Steckenpferd: Sexualität und Ehe. Seine eigene Ehe jedoch funktioniert schon lange nicht mehr. So geraten Max und seine Frau Katriina immer tiefer in eine Krise. Aber auch die erwachsenen Töchter des Paares hadern mit ihrem jeweiligen Lebensmodell: die Lehrerin und zweifache Mutter Helen genauso wie die Kunststudentin Eva, die mit knapp dreißig noch immer ihren Platz im Leben sucht. Letztlich  spitzt sich die Situation der Familie zu als Eva sowie ihr Vater heimliche Affären beginnen.

Philip Teir ist mit diesem Buch ein wunderbar erzählter, psychologisch raffinierter Gesellschaftsroman gelungen. Er schildert die Suche der globale Mittelschicht nach dem Sinn des Lebens, hin- und hergerissen zwischen dem Streben nach Unabhängigkeit und der Sehnsucht nach Sicherheit. Eine wunderbare Entdeckung aus Finnland!

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Ulla Hahn
Spiel der Zeit

DVA 2014 / 608 Seiten / 24,99 €

In ihrem neuen großen Roman folgen wir Hilla Palm, dem Alter Ego Ulla Hahns, in das dramatische Jahr 1968. Hilla Palm wohnt und studiert nun in Köln, sie versucht hier heimisch zu werden, erkundet in ihrem Studium die Welt der Sprache, genießt die Freiheit des Denkens und sehnt sich nach Orientierung im Leben. Sie erfährt die Leidenschaft, mit der für gesellschaftliche Veränderungen gestritten wird. Und sie begegnet ihrer Liebe, durch die sie die Kraft für einen neuen Blick auf alte Verletzungen findet.

Spiel der Zeit, nach Das verborgene Wort und Aufbruch der dritte Teil des Epos, ist ein mitreißender Entwicklungsroman über die Jahre der Sehnsucht und zugleich ein imposantes Epochengemälde der 68er Jahre, eine der radikalen Umbruchphasen in der Geschichte der Bundesrepublik.

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Romane

Dave Eggers
Der Circle

Kiepenheuer & Witsch Verlag 2014 / Seiten /
22,99 €

Dave Eggers, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren der USA, hat mit Der Circle einen hellsichtigen, äußerst spannenden Roman über die Abgründe des gegenwärtigen Vernetzungswahns geschrieben. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 24-jährige Mae Holland. Sie hat einen Job ergattert, beim »Circle«, einem freundlichen sehr angesagtem Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien. Die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter hat Circle geschluckt, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann.

Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »drei Weisen«, die den Konzern leiten – wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminalität. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterneköche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Dann begegnet sie einem mysteriösen Kollegen und die schöne neue Welt gerät ins Wanken …

Circle ist ein packender Roman über eine bestürzend nahe Zukunft, der uns neu über die Bedeutung von Privatsphäre, Demokratie und Öffentlichkeit nachdenken und den Wunsch aufkommen lässt, die Welt und das Netz mögen uns bitte manchmal vergessen. 

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Romane

Véronique Olmi
Das Glück, wie es hätte sein können

Verlag Antje Kunstmann 2014 / Geb. / 223 S. / 19,95 €

Ein verstimmtes Klavier führt sie zusammen: Suzanne, weder jung noch schön, trifft geschäftlich auf Serge, einen erfolgreichen Immobilienmakler mit junger, attraktiver Frau und zwei reizenden Kindern. Eigentlich sollte er vollkommen zufrieden sein. Dennoch beginnt er Suzanne zu folgen, sobald er sie zufällig wiedersieht. Vom Regen durchnässt wartet er stundenlang vor ihrem Haus – bis sie ihm ohne Zögern die Tür öffnet. Bald wird aus den beiden ein ungleiches Liebespaar. Sie treffen sich an den unmöglichsten Orten und erzählen sich Dinge, die sonst keiner weiß. Als Serge schließlich ein altes Kindheitsgeheimnis aufdeckt, ändert dies sein Leben.

Véronique Olmis neuer Roman handelt von einer amour fou und versteckten Wahrheiten, die das Leben aus den Fugen geraten lassen. Auf wenigen Seiten gelingt es Olmi mitreißend, die Leidenschaft und das Getriebensein ihrer Akteure auf das Papier zu bannen. Ein wunderschöner Roman, den man leider viel zu schnell aus der Hand legen muss. Unbedingt lesen!

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Romane

Margriet de Moor
Melodie d’amour

Hanser Verlag 2014 / Geb. / 379 Seiten / 21,90 €

Das schönste Buch von Margriet de Moor seit Jahren? Im Mittelpunkt der vier miteinander verknüpften Geschichten steht die Liebe, die auch scheinbar vernünftige, besonnene Menschen oft zu merkwürdigem und widersprüchlichem Verhalten treibt.

Ein alter Mann, der seine Frau betrogen und verraten hat, hängt am Ende doch über ihren Tod hinaus mit ganzem Herzen an ihr. Eine Stalkerin verfolgt den Geliebten mit ihrer gnadenlosen, an Wahnsinn grenzenden Obsession. Ein junges Mädchen liebt ihren Bruder abgöttisch und wird in der Folge zwei Tote auf dem Gewissen haben. Und eine anscheinend glücklich verheiratete Frau sieht seelenruhig zu, wie ihr Mann sie ständig betrügt.

Margriet de Moor, eine der bedeutendsten niederländischen Autorinnen der Gegenwart, schildert diese verschiedenen Menschen und ihre Liebe mit großer Wärme und Sympathie – von der zärtlichen Zuneigung bis zur alles verzehrenden Passion. Sie beschreibt die Augenblicke des Glücks so einfühlsam wie das tiefste Leid und den Moment, in dem das eine in das andere umschlägt.

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Anna Funder
Alles was ich bin

S. Fischer Verlage 2014 / Geb. / 425 Seiten / 19,99 €

 

Deutschland in den Zwanziger und Dreißiger Jahren: Die Münchner Räterepublik ist gescheitert, Hitler steht vor der Machtergreifung. Im Jahr 1935 werden in einem Londoner Hotelzimmer die deutschen Widerstandskämpferinnen Dora Fabian und Mathilde Wurm tot aufgefunden. Die Gestapo spricht von Selbstmord der beiden Frauen, die sehr eng mit dem charismatischen Revolutionär und Schriftsteller Ernst Toller befreundet werden. Anna Funder begleitet in ihrem großen Roman die Gruppe von Freunden von Hitlers Machtergreifung an in Berlin. Über Nacht werden sie zu einer Bande Verfolgter und fliehen nach London, wo sie neue Verbündete finden und große Gefahren auf sich nehmen, um den Widerstand gegen die Nazis zu organisieren.

Tief bewegend bringt die Autorin Licht in eine der mysteriösesten Geschichten des Exils. Sie erzählt von der Verbindung dreier außergewöhnlicher Menschen, die in Zeiten größten Aufruhrs alles riskieren – für die Freiheit und die Liebe.

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James Salter
Alles, was ist
Berlin Verlag 2013 / Geb. / 384 Seiten / 22,99 €

James Salter hatte seinen letzten Roman vor dreißig Jahren geschrieben. So wurde „Alles was ist“ lange erwartet. Fast mühelos knüpft er damit an den Glanz seiner früheren Romane an. Es ist eine Huldigung an das New York der fünfziger und sechziger Jahre, an ein freies, ungezügeltes Leben und die einst so glamouröse Welt der Bücher und der Literatur.

Die Geschichte setzt Ende des zweiten Weltkrieges ein und führt uns bis in die 80er Jahre. Als Philip Bowman aus dem Pazifischen Krieg zurückkehrt, der Schlacht von Okinawa knapp entronnen, liegt das Leben endlich vor ihm. Er studiert, heuert bei einer Theaterzeitschrift an, beginnt für einen Verlag Manuskripte zu lesen. Alles scheint möglich in dem noch ungebändigten New York. Er wird Lektor in einem angesehenen Verlag, diniert mit Schriftstellern und er lernt Vivian Amussen kennen, das schöne unnahbare Mädchen aus dem Süden. Ein Leben, wie er es sich vollkommener nicht hätte erträumen können. In den kommenden Jahren wird er heiraten, geschieden werden und weitere Liebschaften haben. Bowman ist ein Durchschnittstyp, sein Leben von keiner Besonderheit geprägt. Bestimmend für sein Leben ist letztendlich nicht seine Arbeit, sondern es sind die Frauen. Der Roman ist eine Erinnerung an einen Lebenslauf über ein halbes Jahrhundert hinweg, stilistisch überzeugend mit fein gezeichneten Charakteren. Ein großes Buch.

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Elizabeth Strout
Das Leben natürlich
Luchterhand Verlag 2013 / Geb. / 400 Seiten /19,99 €

Die Handlung spielt an der amerikanischen Ostküste, eine typische Kleinstadt im Bundesstaat Maine: hohe Arbeitslosigkeit, viele Alte, die Jungen wandern ab, wirtschaftlicher Niedergang. Susan, die einzige von drei Geschwistern, ist in dem Ort geblieben, verlassen von ihrem Mann seit vielen Jahren. Sie lebt zusammen mit ihrem 19-jährigen Sohn Zachary in einem eiskalten, ungemütlichen Häuschen. Als der verschlossene Junge eines Tages einen halb aufgetauten Schweinekopf in die behelfsmäßige Moschee im Ort rollen lässt, ist die kleine Gemeinde erschüttert. Ein rassistisches Verbrechen? Auf jeden Fall ein Skandal, mit dem Susan allein nicht fertig wird. Sie bittet ihre Brüder Jim und Bob um Hilfe, die als Anwälte in New York arbeiten. Unterschiedlicher könnten diese beiden Brüder nicht sein: Jim, der reiche Karriere-Jurist, lebt mit seiner Frau Helen in einem schönen großen Haus. Bob hingegen war noch nie besonders erfolgreich, ist geschieden, und seine beste Freundin ist immer noch die Exfrau. Widerwillig kehren die Brüder nach Shirley Falls zurück, um dem Hilferuf der Schwester zu folgen - nicht ahnend, dass ihre Rückkehr nach Maine ihr bisheriges Leben vollkommen umkrempeln wird . Eine packende Familiengeschichte, unsentimental und dennoch tief berührend!

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Romane

Renate Dorrestein
Stiefmuttertag
C. Bertelsmann Verlag 2013 / Geb. /  256 Seiten / 16,99 €

„Stiefmuttertag“ ist ein bissig – ironischer Blick auf ein etwas anderes Familienleben. Claire heißt die Protagonistin dieses Romans, sie ist Anfang 40, seit vielen Jahren glücklich verheiratet und engagierte und liebevolle Stiefmutter von Josefien, Tochter ihres Mannes aus erster Ehe. Claire ist Künstlerin, sie macht Quilts, die sie als hochwertige Objekte anfertigt. Wir lernen sie kennen, als sie nach England zu einer großen Ausstellung ihrer Objekte eingeladen wird und in diesem Rahmen einen viel beachteten Preis erhält. Was für eine harmonische Familie … Zwischenzeitlich ist das über Jahre gut funktionierende Leben in der Patchworkfamilie mit Josefiens Eintritt in die Pubertät täglichen Erschütterungen ausgesetzt. Schier über Nacht ist aus dem niedlichen Mädchen eine aufsässige Göre geworden, die ihrer Stiefmutter mit Zurückweisung und offenem Misstrauen begegnet. Claire ist enttäuscht, fühlt sich hintergangen, schlimmer noch: ihr Mann will die Probleme nicht wahrhaben, er sieht in seiner Tochter immer noch das unschuldige kleine Mädchen. Der Konflikt droht zu eskalieren, Claire entschließt sich zu einem klugen „Gegenangriff“. Sie sagt den beiden: Ihr vermutet eine böse Stiefmutter, dann bekommt ihr jetzt eine böse Stiefmutter, bis ihr euch an den Unterschied erinnert. Herrlich! Die wohlgeordneten Verhältnisse geraten ins Wanken …

Ein spannend erzählter Roman, lebensklug, humorvoll und sehr unterhaltsam.

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Romane

Amy Waldmann
Der amerikanische Architekt
Schöffling & Co. Verlag 2013 / Geb. / 512 S. / 24,95 €

Der Roman der amerikanischen Journalistin Amy Waldmann ist eines unserer Lieblingsbücher in diesem Frühjahr. Schauplatz ist New York. Dort, genauer gesagt in Manhattan, hat sich eine zehnköpfige Jury versammelt, um den besten Entwurf einer Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September auszuwählen. Nach langen und schwierigen Beratungen und einem zähen Ringen um das richtige Konzept öffnen die Juroren den Briefumschlag, der den Namen des bislang anonymen Gewinners enthält – und sind schockiert. Der Architekt ist ein Muslim. Der Architekt ist aber auch ein Amerikaner. Innerhalb der Jury setzt sich Claire Burwell am leidenschaftlichsten für den umstrittenen Gewinner ein. Als Betroffene, die ihren Mann bei dem Attentat verlor, hat ihre Stimme besonderes Gewicht. Als die Öffentlichkeit von der Entscheidung erfährt, gerät Claire ins Visier aufgebrachter Familienangehöriger und wird zur Zielscheibe sensationshungriger Journalisten, radikaler Aktivisten und ehrgeiziger Politiker. Nicht zuletzt bringt der so komplizierte wie begabte Architekt Mohammed Khan sie an ihre Grenzen.

Amy Waldman hat ein atemberaubendes Buch zu 9/11 geschrieben, klug komponiert, ungeheuer fesselnd, lebendig und glaubhaft. Gekonnt zeichnet sie in ihrem furiosen Debüt das Porträt einer zerrissenen Stadt, die bei dem Versuch, mit ihrer Verletzung umzugehen, die Chance auf ein erneuertes demokratisches Selbstverständnis verspielt.

Unbedingt lesen!

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Rosemarie Marschner
Das Mädchen am Klavier
Dtv 2013 / Broschur / 508 S. / 14,90 €

Als Clara als zweites Kind von dem Klavierlehrer und Musikalienhändler Friedrich Wieck 1819 in Leipzig geboren wird, ist für den stolzen Vater bereits klar, dass ihr eine große Zukunft bevorsteht. Ehrgeizig, mitunter sogar tyrannisch verfolgt er seinen Plan, aus Clara ein musikalisches Wunderkind zu machen. Im in die Hand spielen ihre unglaubliche Begabung und ihr entschlossener Wille. Ihren ersten Auftritt hat sie mit acht, mit zwölf Jahren spielt sie bereits in Paris. Sie ist eine Virtuosin am Klavier, hat Erfolg in den Salons und wird schnell berühmt. Wochenlang reist sie mit ihrem Vater durch das Land. Mit sechzehn verliebt sie sich dann in einen Klavierschüler ihres Vaters: Robert Schumann. Sie ist begeistert von seinem charmanten Rebellentum. Nicht so ihr Vater. Er ist strikt gegen die Verbindung, die seiner Tochter nur Unglück bringen kann…

Die Mädchenjahre von Clara Schumann - aufschlussreich  und spannend erzählt. 

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Astrid Rosenfeld
Elsa Ungeheuer
Diogenes Verlag 2013 / Geb. / 288 Seiten / 21,90 €

Elsa ist starrköpfig, widerspenstig, verletzlich und manchmal schlicht und einfach ein Biest. Für die beiden Brüder Lorenz und Karl Brauer ist ihr Name gleichbedeutend mit Schicksal. Doch was ist am Ende stärker – Ruhm? Rausch? Rache? Oder die Liebe?

Lorenz und Karl Brauer haben gerade ihre Mutter verloren, als Elsa in ihr Leben tritt: Das Mädchen mit den Streichholzarmen, dem rotzfrechen Mundwerk und den extravaganten Kleidern. Das Mädchen, an das einer der beiden sein Herz verlor und der andere seine Illusionen. Seit dem sind die Schicksale der drei untrennbar miteinander verbunden.

Zärtlich und schonungslos schlägt Astrid Rosenfeld einen Bogen von einer verrückten Kindheit auf dem Land bis zum Glamour und den Perversionen der modernen Kunstwelt. Eine unglaublich lebendig erzählte Geschichte, voller Komik und Dramatik, die vor allem durch ihre starken eigenwilligen Charaktere überzeugt.

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Romane

Dave Eggers
Ein Hologramm für den König
Kiepenheuer & Witsch 2013 / Geb. / 352 S. / 19,99 €

Alan Clay, ein amerikanischer Geschäftsmann kurz vor dem Bankrott, hofft in der saudischen Wüste auf ein letztes großes Geschäft. Eine Chance hat er noch, um seiner miserablen Finanzlage die entscheidende Wende zu geben. Und - um einen Rest seiner Würde zu bewahren und die Studiengebühren seiner Tochter finanzieren zu können.
Mitten in der Wüste soll eine prunkvolle Wirtschaftsmetropole entstehen. Alans amerikanische IT-Firma möchte die Stadt gerne mit ihrer hoch entwickelten Technik versorgen. Zusammen mit seinem Team von drei jungen Leuten wartet er am Rande einer riesengroßen Baustelle in einem Zelt auf den König, um ihm ihre Errungenschaften vorzuführen. Doch dieser kommt einfach nicht...

Dave Eggers hat einen sehr anrührenden, absurden und vor allem unterhaltsamen Roman über den Wahnwitz der Globalisierung geschrieben und beweist damit einmal mehr, dass er zu den großen amerikanischen Erzählern unserer Zeit gehört.

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Romane

Michael Kumpfmüller
Die Herrlichkeit des Lebens
Fischer Verlag 2013 / TB / 256 Seiten / 9,99 €

Im Sommer 1923 lernt der an Tuberkulose leidende Franz Kafka – als Dichter damals noch wenig bekannt - die 25jährige Dora Diamant in einem Ostseebad kennen. Die beiden verlieben sich und nur wenige Wochen später entscheidet sich Kafka für etwas, was er selbst nicht für möglich gehalten hat: Er entscheidet sich für das Zusammenleben mit einer Frau, teilt Tisch und Bett mit ihr. In Berlin wagt er mit ihr das gemeinsame Leben, mitten in der galoppierenden Inflation der Weimarer Republik. Es sind schwierige Zeiten, sie haben nicht viel Geld, ihr Wohnquartier müssen sie mehrfach wechseln. Die Beziehung wird nicht nur von den Eltern Kafkas, sondern auch von Freunden mit Argwohn beäugt. Franz Kafkas Liebesleben war bisher eher kompliziert. Seine Beziehungen zu Frauen endeten häufig unglücklich. Fast immer waren es Fernbeziehungen, die durch eine umfangreiche Korrespondenz aufrecht erhalten wurden. Mit Dora Diamant ist es von Beginn an anders. Er flüchtet nicht, er ist fest entschlossen, mit dieser Frau zusammenzuleben. Dora tut ihm in ihrer heiteren und gelassenen Art gut. Bis zu seinem Tod im Juni 1924 werden sich Franz Kafka und Dora Diamant – von wenigen Tagen abgesehen – nicht mehr trennen.

Michael Kumpfmüller macht aus der excellent recherchierten Geschichte einen feinsinnigen Liebesroman, der nie kitschig erscheint. Gerade im Taschenbuch erschienen und absolut lesenswert!

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Ngugi wa Thiong’o
Herr der Krähen
Fischer Verlag 2013 / TB / 784 Seiten / 13,99 €

Der aus Kenia stammende Schriftsteller Ngugi wa Thiong’o gehört zu den wichtigsten Stimmen Afrikas. Sein jetzt im TB vorliegender Roman wird als der Afrikaroman des neuen Jahrhunderts gefeiert: die Beschreibung einer menschenverachtenden Diktatur, eine genaue kritische Betrachtung der afrikanischen Identitätsprobleme, eine beißende Satire auf die Machtgierigen nicht nur in Afrika.

In Aburiria, der fiktiven freien Republik (die auch Kenia sein könnte) soll ein gigantisches Bauwerk entstehen, das „Marching to Heaven“, welches Himmel und Erde verbindet, eine Art Turmbau zu Babel. Der namenlose Herrscher von Aburiria will sich damit ein monumentales Denkmal setzen. Vom Ruhm des Projekts wollen unter anderem zwei seiner Minister profitieren und sind ihm umso ergebener. Bei einem Besuch der USA, wo er sich bei der Global Bank Geld für den Bau leihen will, überrascht ihn eine mysteriöse Krankheit. Er bläht sich wie ein Ballon auf und hängt nun unter der Zimmerdecke. Niemand scheint ihm helfen zu können, bis auf den Herrn der Krähen – einen Heiler und Wahrsager, der über Zauberkräfte verfügt.

Eine komische, eine schockierende, eine geistreiche Lektüre. Die fast 1000 Seiten sollten niemanden abschrecken, Ngugi wa Thiong’s Diktatoren-roman sprüht vor Witz und Fantasie. 

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Romane

Michael Kumpfmüller
Die Herrlichkeit des Lebens
Fischer Verlag 2013 / TB / 256 Seiten / 9,99 €

Im Sommer 1923 lernt der an Tuberkulose leidende Franz Kafka – als Dichter damals noch wenig bekannt - die 25jährige Dora Diamant in einem Ostseebad kennen. Die beiden verlieben sich und nur wenige Wochen später entscheidet sich Kafka für etwas, was er selbst nicht für möglich gehalten hat: Er entscheidet sich für das Zusammenleben mit einer Frau, teilt Tisch und Bett mit ihr. In Berlin wagt er mit ihr das gemeinsame Leben, mitten in der galoppierenden Inflation der Weimarer Republik. Es sind schwierige Zeiten, sie haben nicht viel Geld, ihr Wohnquartier müssen sie mehrfach wechseln. Die Beziehung wird nicht nur von den Eltern Kafkas, sondern auch von Freunden mit Argwohn beäugt. Franz Kafkas Liebesleben war bisher eher kompliziert. Seine Beziehungen zu Frauen endeten häufig unglücklich. Fast immer waren es Fernbeziehungen, die durch eine umfangreiche Korrespondenz aufrecht erhalten wurden. Mit Dora Diamant ist es von Beginn an anders. Er flüchtet nicht, er ist fest entschlossen, mit dieser Frau zusammenzuleben. Dora tut ihm in ihrer heiteren und gelassenen Art gut. Bis zu seinem Tod im Juni 1924 werden sich Franz Kafka und Dora Diamant – von wenigen Tagen abgesehen – nicht mehr trennen.

Michael Kumpfmüller macht aus der excellent recherchierten Geschichte einen feinsinnigen Liebesroman, der nie kitschig erscheint. Gerade im Taschenbuch erschienen und absolut lesenswert!

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John Lanchester
Kapital
Klett – Cotta Verlag 2012 / Geb. / 682 Seiten / 24,95 €

London in Zeiten der Finanzkrise – die Bewohner der Pepys Road suchen nach ihrem Glück: Roger Yount ist ein erfolgreicher Banker mit zwei Kindern und einer verwöhnten Ehefrau. Dass er nicht die erwartete 1 Million Pfund Jahresprämie erhält, stürzt die Familie in eine Krise. Nebenan zieht die senegalesische Fußballhoffnung Freddy Kamo mit seinem Vater ein. Wird ihm der internationale Durchbruch in einem Premier-League-Club gelingen? Petunia Howe lebte schon in der Pepys Road, als diese noch eine einfache Arbeiterstraße war. Pakistanische Kioskbesitzer stehen unter Terrorverdacht, die nigerianische Politesse ohne Arbeitserlaubnis schreibt Strafzettel und der polnische Handwerker Zbigniew liebt die Frauen, und die Frauen lieben ihn. An einem ganz normalen Tag liegt bei allen stolzen Eigenheimbesitzern dieser Straße eine merkwürdige Nachricht im Briefkasten: »Wir wollen, was ihr habt.« ….

Ein großer Gesellschaftsroman zur Finanzkrise, temporeich erzählt, voller Mitgefühl und  Humor.

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Romane

Robert Seethaler
Der Traffikant
Kein & Aber Verlag 2012 / Geb. / 256 Seiten / 19,90 €

Schauplatz des Romans ist das Wien der 30er-Jahre. Im Jahr 1937 verlässt der 17-jährige Franz Huchel sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von dessen Ausstrahlung. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und in eine tiefe Verunsicherung stürzt, sucht er bei Professor Freud Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden sie – und Anezka – jäh vom Strudel der Ereignisse auseinander gerissen. Seethaler erzählt mit viel Melancholie und großer poetischer Kraft eine Geschichte über die Liebe und eine merkwürdige Männerfreundschaft. Hinreißend!

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Romane

Richard Ford
Kanada
Hanser Verlag 2012 / Geb. / 463 Seiten / 24,90 €

Nach einem gescheiterten Banküberfall im Jahr 1960 werden Dells Eltern in Great Falls, Montana festgenommen. Die Mutter will Dell und seine Zwillingsschwester Berner zu ihrem Schutz nach Kanada bringen lassen, doch bevor es dazu kommt, reißt Berner aus. Dell wird in ein kleines kanadisches Städtchen gebracht, in dem er auf viele merkwürdige Menschen trifft. Bei Arthur Remlinger, dem Besitzer eines heruntergekommenen Jagdhotels, findet er Unterschlupf. Doch Arthur hat eine dunkle Vergangenheit, die auch Dell einholt.

Illegaler Handel, ein Banküberfall, drei Morde - Richard Ford legt mit „Kanada“ einen brillant komponierten, spannenden Roman vor, in dem der pensionierte Lehrer Dell Parson auf sein Leben zurückblickt.

Ein großes Lesevergnügen!

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Stephan Thome
Fliehkräfte
Suhrkamp Verlag 2012 / Geb. / 474 Seiten / 22,95 €

Hartmut Hainbach ist nicht glücklich. Ende Fünfzig, steht er vor einer schweren Entscheidung: Soll er nun wenige Jahre vor der Pensionierung seine Professur als Philosophieprofessor an der Uni Bonn aufgeben und seiner 10 Jahre jüngeren Frau nach Berlin folgen? Soll er also seine Ehe retten oder lieber die Beamtenrente sichern? Ein Verleger hat ihm einen Job in Berlin angeboten. So bräuchte er keine Wochenendbeziehung mehr mit seiner Frau führen, die seit einigen Jahren in Berlin bei einem bekannten Regisseur als Assistentin am Theater arbeitet. Hainbach muss sich entscheiden, der Verleger gibt ihm nur zwei Wochen Bedenkzeit. Eine Reise nach Paris und weiter in den Süden soll ihm Gewissheit verschaffen über ein Leben, von dem er dachte, dass die wichtigen Entscheidungen längst getroffen sind. Eine virtuos erzählte Geschichte mit wunderbaren witzigen und auch tiefgründigen Dialogen.

Stephan Thome ist mit seinem neuen Roman für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 nominiert.

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Romane

David Mitchell
Die tausend Herbste des Jakob de Zoet
Rowohlt Verlag 2012 / Geb. / 720 Seiten / 19,95 €

David Mitchells neuer Abenteuerroman spielt auf Dejima, einer kleinen ummauerten Insel im Hafen Nagasakis im Jahre 1799. Bewohnt wird sie fast ausschließlich von europäischen Händlern. Einer von ihnen ist der junge niederländische Handelsangestellte Jakob de Zoet, der auf dieser Insel versucht sein Glück zu machen. Doch das Schicksal hat zunächst anderes mit ihm vor. Er trifft auf viele zwielichtige Gestalten und verliebt sich in die junge Japanerin Orito, die Tochter eines Samurai. Sie arbeitet als Hebamme und lässt sich vom Inselarzt, Dr. Marinus, medizinisch ausbilden. Nach dem Tod ihres Vaters verschwindet sie spurlos. Gerüchten zu folge soll sie als Sklavin verkauft worden sein um dessen Schulden zu begleichen. Jakob geht der Sache nach und ist plötzlich in Verrat und Mord verstrickt…

David Mitchell ist mit diesem historischen Roman ein kleines künstlerisches Meisterwerk gelungen: Exotisch, spannend und voller poetischer Beschreibungen. Er gilt zu recht als einer der besten Geschichtenerzähler unserer Zeit.

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Romane

Elena Poniatowska
Frau des Windes
Insel 2012 / Geb. / 495 Seiten / 24,95 €

Die Frau des Windes: Das ist Leonora Carrington – bekannte Malerin, Schriftstellerin und Weggefährtin von Max Ernst. In ihrem biographischen Roman schildert Elena Poniatowska Carringtons außergewöhnliches und weltumspannendes Leben.

Bereits als Kind sieht sie die Welt mit eigenen Augen, indem sie sich für ein Pferd hält und in einen Kosmos aus Fabelwesen wohnt. Früh sagt sie sich von ihrer reichen englischen Familie und den damit verbundenen Konventionen los. Sie kämpft für ihre Freiheit, in der Gesellschaft und an der Staffelei. Zusammen mit Max Ernst erlebt sie in Paris die Hochzeit des Surrealismus und ist eng befreundet mit Dalí, Miró und Picasso. Nach der Internierung von Max Ernst im 2. Weltkrieg, verliert Leonora den Verstand und wird in eine Anstalt eingewiesen. Darauf folgen der Ausbruch und die Flucht über den Atlantik – mit Unterstützung von ihrer Mäzenin Peggy Guggenheim. Sie erobert die New Yorker Kunstwelt und findet schließlich in Mexiko eine zweite Heimat, auch durch eine letzte große Liebe.

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Romane

Margherita Oggero
Der Duft von Erde und Zitronen
DVA 2012 / 320 Seiten / 19,99 €

Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Dafür soll sie jetzt bezahlen. In der Einsamkeit der endlos scheinenden Tage wird Immas Wunsch nach Freiheit immer größer, bis sie sich schließlich hin und wieder aus der Wohnung schleichen kann und den jungen Buchhändler Paolo kennen lernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Einfühlsam, emotionsgeladen und voll Spannung erzählt Margherita Oggero ihre Geschichte und entführt den Leser in die fast noch archaische Welt des italienischen Südens, in der ein Mädchen schließlich durch die Liebe zur Literatur den Mut findet, ihren eigenen Weg zu gehen.

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Romane

Tom Rachmann
Die Unperfekten
DTV Taschenbuch 2012 / 400 Seiten / 9,90 €

Rom - die ewige Stadt. Hier ist Tom Rachmanns Roman angesiedelt, eine stimmige Kulisse für den rätselhaften Cyrus Ott, um in dieser Stadt eine englischsprachige Tageszeitung zu gründen. Fünf erfolgreiche Jahrzehnte folgen, in denen sich die Veränderungen der Welt ebenso spiegeln wie der rasche Wandel im Zeitungsgeschäft. Jetzt schlingert das Blatt seinem unaufhaltsamen Ende entgegen. Der Zeitungserbe bringt seinem Hund namens Schopenhauer weit mehr Interesse entgegen als dem Schicksal der Redaktion. Was wird nun aus ihnen allen? Aus Ruby? Der unglückseligen Texterin mittleren Alters? Aus Arthur? Dem Spezialisten für Nachrufe und Nichtstun. Aus Ed? Der gefeuert wird und sich an der zuständigen Sachbearbeiterin rächt. Aus der Chef-Redakteurin Kathleen? Dem alten Pariser Korrespondenten Loyd? Was wird aus dieser liebenswerten Truppe von Lebens- und Überlebenskünstlern?

Tom Rachmann erzählt auf sehr originelle Weise von ganz normalen Alltagshelden, die um ihr Glück ringen, mal ernst, mal komisch, immer höchst unterhaltsam. Ein toller Roman! Gerade als TB erschienen.

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Lisa-Maria Seydlitz
Sommertöchter
Dumont Verlag 2012 / Geb. / 208 Seiten /18,99 €

Schauplatz dieses Romans ist die bretonische Atlantikküste. Juno, eine junge Frau, erfährt, dass sie von ihrem verstorbenen Vater ein kleines Haus geerbt hat. Sie kennt den Ort nicht und weiß auch nicht, wie dieses Haus in die Familie gekommen ist. So macht sie sich auf die Reise dorthin und trifft in dem Haus auf die fremde Julie, eine junge Französin, die darin Unterschlupf gefunden hat. Was hat es mit dem haus auf sich und warum lebt Julie in diesem Haus? Juno versucht, den Fragen auf den Grund zu gehen. In sensibel erzählten Rückblenden erinnert sie sich an entscheidende Erlebnisse in ihrer Kindheit. Nach und nach begreift sie schmerzvoll ihre Familiengeschichte.

Ein traurig schöner Roman, der viel erzählt von Verlusten, das Glück dabei aber nicht aus den Augen lässt.

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Marion Brasch
Ab jetzt ist Ruhe: Roman meiner fabelhaften Familie
Fischer Verlag 2012 / Geb. / 398 Seiten / 19,99 €

Marion Brasch erzählt in ihrem Debutroman die Geschichte ihrer Familie. Ihre jüdischen Eltern lernten sich im Londoner Exil kennen und zogen bald darauf nach Ostberlin, um eine Familie zu gründen. Ihr Vater wurde ein bekannter DDR-Funktionär, während ihre Brüder Thomas, Schriftsteller, der 1976 in den Westen ging, Peter, der Theaterstücke und Hörspiele schrieb und Klaus, ein in der DDR bekannter Schauspieler, gegen das System rebellierten und schließlich Alkohol, Drogen und der eigenen Verzweiflung zum Opfer fielen. Marion, die kleine Schwester, suchte Versöhnung und Ausgleich, stieß damit jedoch oft genug an Grenzen, auch an ihre eigenen.

Schnörkellos und mit einem leicht lakonischen Unterton beschreibt Marion Brasch ihre nicht nur tragische Familiengeschichte; gleichzeitig – und das macht das Buch für uns so lesenswert - erzählt sie auch eine Geschichte der DDR. „…Die Familie ist zerbrochen an Idealen, an Hoffnungen, an Sehnsüchten, die auch ganz eng mit diesem Land, der DDR, verbunden waren“ (Zitat Marion Brasch).

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Romane

Christos Tsiolkas
Nur eine Ohrfeige
Klett Cotta Verlag 2012/ Geb. / 509 Seiten / 24,95 €

Eigentlich hätte es ein nettes Grillfest mit Freunden und Familie an einem schönen Sommertag werden können. Die Gastgeber Aisha und Hector haben köstliches Essen aufgetischt und die Kinder spielen vergnügt im Garten. Nur der dreijährige Hugo quengelt und stört die Party. Als er dem Jungen Rocco mit einem Kricketschläger auf den Kopf schlagen will, verpasst ihm dessen Vater Harry eine schallende Ohrfeige. Hugos Mutter Rosie ist außer sich. Doch nicht jeder Gast teilt ihre Empörung. Ausgelöst durch diese Ohrfeige werden alte Freundschaften, Familienbanden, Ehen und Affären auf den Prüfstand gestellt.

Aus acht Perspektiven erzählt Christos Tsiolkas den Fortgang der fesselnden Geschichte. So erfahren wir, dass Hector seine Affäre mit der 17-jährigen Connie nach der Ohrfeige noch am selben Tag in Frage stellt. Von Connie erfährt der Leser, dass sie in Hector ihren früh verstorbenen Vater und in Aisha, vor der sie großen Respekt und große Zuneigung hat, ihre noch früher verstorbene Mutter sieht. Rosie wird Harry anzeigen. Und die Freundschaft zwischen Rosie und Aisha wird durch die Ohrfeige auf eine harte Bewährungsprobe gestellt.

Ein großer Gesellschaftsroman aus Australien – sehr gut und spannend erzählt.

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Olga Grjasnowa
Der Russe ist einer, der Birken lieb
Hanser 2012 / Geb. / 288 Seiten / 18,90 €

Mascha, Jüdin, jung, eigen, spricht fünf Sprachen fließend und muss dennoch in ihrem Leben die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Als sie gerade ihre Karriere bei der UNO plant, erkrankt ihre große Liebe Elias so schwer, dass er kurz darauf stirbt. Dieser Verlust wirft Mascha vollkommen aus der Bahn. Sie flüchtet sich nach Israel um zur Ruhe zu kommen. Doch stattdessen wird sie nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, sondern sie gerät auch mitten in den aktuellen Nahost-Konflikt.

Olga Grjasnowa erzählt Maschas Geschichte mit perfekter Ausgewogenheit von Tragik und Komik sowie mit einem bemerkenswerten Sinn für das Wesentliche. Ein sprachlich wunderbares, nachdenklich stimmendes, Buch.

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Romane

T.C. Boyle
Wenn das Schlachten vorbei ist
Hanser 2012 / Geb. / 461 Seiten / 22,90 €

Auf den Channel Islands vor der kalifornischen Südküste wird die einheimische Flora und Fauna durch Ratten bedroht, die vor Jahren durch den Menschen auf die Inseln gelangten. Zwei Parteien von Umweltschützern liefern sich einen erbitterten Kampf: Die einen wollen das natürliche Gleichgewicht wiederherstellen, in dem sie die Eindringlinge ausrotten, die anderen versuchen alles, um das Töten aufzuhalten.

T.C. Boyle beleuchtet in seinem neuen Roman die Ausbeutung von Ressourcen durch die Menschheit und deren katastrophale Folgen. Ein bitterböser Roman in dem der Leser herausgefordert wird: Der Autor beschreibt glaubhaft zwei unterschiedliche Moralvorstellungen, denen es trotz des ihm eigenen Stils nicht an Ernsthaftigkeit mangelt. Lesenswert!

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Julian Barnes
Vom Ende einer Geschichte
Kiepenheuer & Witsch 2011 / Geb. / 231 Seiten / 18,99 €

Tony Webster ist Mitte sechzig und kann auf ein eher ereignisarmes Leben zurückblicken. Studium der Geschichte, eine passable berufliche Karriere und eine gütliche Scheidung seiner Ehe, aus der eine Tochter hervorgegangen ist. Doch dann gerät sein ruhiger Lebensabend durch einen Brief, der ihn von einer Erbschaft in Kenntnis setzt, durcheinander.

Rückblick: Adrian Finn kommt als neuer Mitschüler in die Klasse von Tony. Schnell freunden sich die beiden an und Adrian wird der vierte im Bunde der Clique. Tony ist bereits klar, dass Adrian der Klügste von allen ist, ja sogar einen Hang zum Genialischen hat. Doch die Freundschaft der beiden findet Jahre später ein jähes Ende.

Nun, vierzig Jahre danach, muss sich Tony erneut mit dem Geschehenen auseinandersetzen. Schnell wird ihm deutlich, dass es Diskrepanzen zwischen seinen Erinnerungen und dem tatsächlich Erlebten gibt. Wie zuverlässig sind seine Erinnerungen? Was ist wirklich passiert?

Julian Barnes, der für „Vom Ende einer Geschichte" den diesjährigen Man Booker Preis in London verliehen bekam, überzeugt mit einem unterhaltsamen Roman, der durch seine raffinierte Konstruktion und seinem überraschenden Ende absolut beeindruckt.

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Anne Enright
Anatomie einer Affäre
DVA 2011 / Geb. / 320 Seiten / 19,99 €

Beiläufig lernen sich Gina und Seán bei einem Gartenfest kennen. Später treffen sie sich durch Zufall wieder und es beginnt eine folgenschwere Affäre. Jahrelang können sie diese vor ihren Ehepartnern und Seáns Tochter geheim halten. Doch wo anfangs noch die Leidenschaft und die glücklichen Stunden zu zweit im Mittelpunkt standen, erhält bald der Alltag Einzug und es geht um Gewissensbisse, Vorwürfe und Schuld. Trotzdem können die beiden nicht von einander lassen. Ist es tatsächlich Liebe? Und lohnt es sich, für diese Liebe alles aufzugeben?

Unsentimental, ja beinahe nüchtern, dennoch psychologisch dicht, schildert die Irin Anne Enright in ihrem Roman die Affäre von Gina und Seán. Obwohl nicht viel passiert, ist der Leser gefesselt von dem Liebesdrama. Der deutsche Titel passt in diesem Fall sehr gut zu dem Roman, weil er bereits zusammenfasst, was passieren wird: Eine Affäre wird seziert, in all ihre Einzelteile zerlegt.

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Roman

Jon Kalman Stefansson
Der Schmerz der Engel
Piper Verlag 2011 / Seiten / Geb./ 19,90 €

In den isländischen Wintern sind die Nächte dunkel und still, wir hören die Fische auf dem Meeresgrund atmen. Der Schnee fällt so dicht, dass er Himmel und Erde miteinander verbindet. Während der Junge den anderen bei Schnaps und heißem Kaffee in der Gaststube aus William Shakespeares »Hamlet« vorliest, entrinnt Jens, der Postmann, knapp dem Tod: Festgefroren auf seinem Pferd, erreicht er unterkühlt und mit letzter Kraft die Herberge, im Gepäck zwei Leichen und die wohlbehaltene Postkiste. Auf seine nächste Reise in die weiten Fjorde wird der Junge ihn begleiten. Und beide müssen für ein ungewöhnliches Poststück ihr Leben aufs Spiel setzen.

»Der Schmerz der Engel« ist ein literarisches Meisterwerk und erzählt mit großer Sprachmächtigkeit von der dramatischen Postreise zweier Männer über das eisige Island: »Auf archaische Weise schön. Das wundervollste Buch der letzten Jahrzehnte« (Dagbladet).

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Kristin Steinsdottir
Im Schatten des Vogels
C.H.Beck Verlag 2011 / Geb. / 252 Seiten / 19,95 €

Pálina Jónsdóttir – die Protagonistin dieses Romans - wächst im späten 19. Jahrhundert in einer abgeschiedenen Gegend im Osten Islands auf, am Fuß eines Gletschers, mit Blick auf gewaltige Gebirgszüge und das stürmische Meer. In einfachsten Verhältnissen lebend, in einer vielköpfigen Familie und großen, engen Hofgemeinschaft, schwankt sie zwischen Heimatgefühl und Fernweh, träumt von einer glücklichen, sonnigen Zukunft und fühlt sich doch auf der Mädchenschule in Reykjavík nicht wohl. Von Kind an leidet sie unter seelischen Spannungen, die sich, als sie selbst eine Familie gründet und in ihre Heimat zurückgekehrt ist, verschärfen.

„Im Schatten des Vogels“ ist eine auch autobiographisch geprägte und bewegende, poetisch geschriebene Geschichte vom Leid und Glück einer besonderen Frau.

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Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Carl's Books 2011 / Klappenbroschur /416 Seiten / 14,99 €

Jonas Jonasson hat mit "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" ein außergewöhnliches Buch geschrieben, das in Schweden bereits zum Jahresbestseller avancierte. Im Mittelpunkt steht Allan Karlsson, der sich an seinem 100. Geburtstag kurzerhand aus dem Staub macht. Er verlässt das Altenheim vor Beginn der Feierlichkeiten und schlendert zum Busbahnhof, wo er durch Zufall in den Besitz eines Koffers mit brisantem Inhalt gelangt. Dies ist der Auftakt zu einem irrwitzigen Road Movie durch ganz Schweden mit skurrilen Gestalten, erstaunlichen Ereignissen und einem entlaufenen Elefanten. Dabei sind Allan und seine Freunde immer auf der Flucht vor Fürsorge, Polizei und schwedischer Mafia.

Ein herrlich komischer Roman, der das Herz erfreut.

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Judith Schalansky
Der Hals der Giraffe

Suhrkamp 2011 / Geb. / 222 Seiten / 21,90 €

Irgendwo in der ostdeutschen Provinz steht Inge Lohmark auf verlorenem Posten. Seit über 30 Jahren unterrichtet sie Biologie an ihrer Schule. Aufgrund der schwindenden Schülerzahl soll diese jedoch in den nächsten vier Jahren geschlossen werden. Privat steht es auch nicht zum Besten, ihr Mann widmet sich der Straußenzucht mehr als ihr und ihre einzige Tochter ist in die USA ausgewandert. Bitterböse und sarkastisch gibt uns Inge Lohmark einen Einblick in ihr Leben. Die strenge Lehrerin, die sich eigentlich ganz und gar auf die Wissensvermittlung beschränkt, erlebt auf ihre alten Tage eine Sinnkrise und entwickelt darin sogar Mitgefühl für ihre Schüler, die ihr bis dato vollkommen gleichgültig waren. Zuletzt zweifelt sie sogar an ihrem Gott, Darwin höchstpersönlich.

Auf "Atlas der abgelegenen Inseln", für den Judith Schalansky den 1. Preis der Stiftung Buchkunst bekam, folgt nun ihr neuer Roman "Der Hals der Giraffe", der unter anderem für den Deutschen Buchpreis 2011 nominiert ist.

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Paula McLain
Madame Hemingway
Aufbau Verlag 2011 / Geb. / 456 Seiten / 19,99 €

Paula Mclain erzählt Ernest Hemingways Pariser Jahre aus der Sicht seiner ersten Frau Hadley. „The Paris Wife“, amerikanischer Untertitel, gleichzeitig der Titel, unter dem Hadley Hemingway in die Literaturgeschichte eingegangen ist, macht deutlich, dass man sich stets mehr für ihren Mann interessierte als für sie. Dieses Verhältnis stellt der Roman gründlich auf den Kopf.

Hadley steht im Mittelpunkt einer außergewöhnlichen Liebe. Neben ihrem selbstsüchtigen, von seiner Arbeit besessenen Ehemann versucht sie die traditionelle Ehe aufrecht zu erhalten. Aber im Paris der 20er Jahre herrscht eine Libertinage, die Hadley mehr und mehr ausgrenzt. Die schleichende Zersetzung ihrer Beziehung führt zum Scheitern ihrer Ehe. Dennoch erlebt man Hadley nicht als gebrochene Frau. Sie bewahrt ihre Würde, als sie alles verliert was sie geliebt hat.

Kleine Randnotiz: Damit niemand die Ehefrauen von Ernest Hemingway durcheinander warf, bekamen sie von ihm Beinamen:
Hadley Hemingway        The Paris Wife
Pauline Pfeiffer             The Key-West Wife
Martha Gellhorn            The Spanish-Civil-War Wife

Rinus Spruit
Der Strom, der uns trägt

Deutscher Taschenbuch Verlag 2011 / 137 Seiten / 13,90 €

Der alte Reetdachdecker erzählt – sein Sohn schreibt auf: Rinus Spruit fängt in seinem Roman die untergegangene Welt seines Vaters ein. Er verknüpft dessen Erinnerungen an die Kindheit und Jugend mit den eigenen an das Altern, den Tod seiner Großeltern und seines Vaters. Jan Spruit offenbart eine Lebensgeschichte voller Genügsamkeit und beharrlicher Hingabe an sein Handwerk.

Schnörkellos, eindringlich, bewegend. Ein liebevolles und warmherziges Porträt eines Vaters – eine berührende Familiengeschichte über Zeit und Vergänglichkeit.

Mark Watson
Elf Leben
Eichborn Verlag 2011 / Geb. / 265 Seiten / 19,95 €

Xavier Ireland, Mitte dreißig, moderiert Nacht für Nacht eine Radiosendung, in der Menschen ihre oft verrückten Geschichten erzählen, anonyme Geschichten aus der Millionenstadt London. Über Xavier selbst erfährt man zunächst nichts, außer, dass er in Australien aufgewachsen ist, dort Freunde hatte und – seine große Liebe. Eines Tages ging er fort, änderte seinen Namen und fing noch mal ganz von vorn an. Etwas ist damals passiert, doch Xavier gibt nichts von sich preis. Bis er sich unerwartet in Pippa verliebt, seine exzentrische vor Leben sprudelnde Putzfrau. Sie bringt Xavier dazu, sich endlich seiner Vergangenheit zu stellen.

Dieses Buch erzählt ein anrührendes, mitunter auch komisches Leben – einschließlich der Schicksale von elf Menschen, deren Leben das des Protagonisten kreuzt. 

John Burnside
Lügen über meinen Vater

Knaus 2011 / Geb. / 384 Seiten / 19,99 €

John Burnside zählt zu den bedeutendsten schottischen Gegenwartsautoren. Nun liegt sein autobiographischer Roman "Lügen über meinen Vater" im Deutschen vor, der bereits 2006 im Englischen Original erschien.

Darin erzählt John Burnside von seiner Kindheit in Schottland und Nordengland, von seiner Familie und vor allem vom seinem Vater. Dieser ist ein Säufer, ein Schläger, ja ein Tyrann, der das Geld, welches er mit Gelegenheitsjobs verdient in der Kneipe vertrinkt. Er drangsaliert die Familie auf subtile aber oft genug auch auf brutale Weise. So verbrennt er zum Beispiel Johns Teddy vor dessen Augen. Natürlich hat das alles auch Auswirkungen auf John. Schon früh flüchtet er sich in den Alkohol, später auch in harte Drogen, um zu vergessen, um unsichtbar zu werden.

In dem Buch geht es um Vergeben, nicht jedoch um Vergessen. Beeindruckend wird aufgezeigt wie Menschen gemacht sind, was sie zusammenhält und was dazu führt, dass sie auseinander fallen. Ein überwältigendes und tief bewegendes Werk, das sprachlich brillant geschrieben ist.

Lucinda Riley
Das Orchideenhaus
Goldmann TB / 2011 / 538 Seiten / 9,99 €

Als junges Mädchen verbrachte Julia Forrester viel Zeit im Gewächshaus von Wharton Park bei ihrem Großvater, einem bekannten Orchideenzüchter. Nach einem schweren Schicksalsschlag führt der Zufall Julia Jahre später noch einmal zu dem Gewächshaus zurück. Der neue Besitzer Kit Crawford überreicht ihr ein altes Tagebuch, das bei den Renovierungsarbeiten gefunden wurde und womöglich Julias Großvater gehörte. Als Julia ihre Großmutter Elsie mit dem Tagebuch konfrontiert, drängt ein jahrelang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das auch Julias Leben komplett verändern wird. 

Ein wunderbarer spannender Familienroman, der jeden in seinen Bann zieht.

Elizabeth Strout
Amy und Isabelle

btb 2011 / 416 Seiten / 9,99 €

In der Kleinstadt Shirley Falls in New England herrscht ein drückend heißer Sommer. Isabelle und ihre Tochter, die sechszehnjährige Amy, arbeiten im Büro der lokalen Holzfabrik. Die beiden wechseln kaum noch ein Wort und Amy findet ihre Arbeitskollegen und deren Geschichten viel interessanter als ihre langweilige Mutter. Dann verliebt sich Amy in ihren Mathematiklehrer Mr. Robertson. Die zwei werden zusammen erwischt, woraufhin er die Stadt verlässt und die Distanz zwischen Mutter und Tochter noch größer wird. Vor lauter Wut schneidet Isabelle Amy sogar die langen blonden Locken ab, denn die Schatten ihrer eigenen Vergangenheit beginnen sie einzuholen ...

Elizabeth Strouts Mutter-Tochter Roman verliert sich nicht im Trivialen. Es wird nicht nur ein Bild der beiden Hauptcharaktere gezeichnet, sondern auch ein realistisches Portrait einer amerikanischen Kleinstadt.

Für ihren Roman "Mit Blick aufs Meer" erhielt die Autorin 2009 den Pulitzerpreis.

Catalin Dorian Florescu
Jacob beschließt zu lieben


C. H. Beck Verlag 2011 / Geb. / 404 Seiten / 19,95 €

Erzählt wird die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat - eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacobs Geschichte – zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt – weitet sich zu einem Familienepos, in dem in dichten Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen.


Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich Jacobs Vorfahren, wie viele Tausende Anderer aus Lothringen ein besseres Leben suchend, auf den gefährlichen Weg ins Banat gemacht, um ihr Glück zu finden und eigenes Land zu besitzen. Jacob wird mit dem Kampf um Macht und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater verraten und verliert seine erste Liebe. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ihm helfen, die Wechselfälle der Geschichte – Diktaturen und Deportationen – mit ihren grotesken und katastrophalen Folgen zu überleben und einen neuen Aufbruch zu wagen.


Catalin Dorian Florescu, 1967 in Rumänien geboren und heute in der Schweiz lebend, hat mit „Jacob beschließt zu lieben“ seinen fünften Roman in deutscher Sprache veröffentlicht: ein beeindruckendes Sittenbild, packend und großartig erzählt. 

Arno Geiger
Der alte König in seinem Exil

Carl Hanser Verlag 2011 / Geb. / 192 Seiten / 17,90 €

Der österreichische Schriftsteller Arno Geiger erzählt von der Alzheimer Erkrankung seines Vaters. Geiger und seine drei Geschwister haben die Krankheit jahrelang nicht erkannt. Sie ärgern sich über die Trägheit des Vaters und führen sein Verhalten auf das Weggehen der Mutter zurück. „Es wird wohl stimmen, was Jacques Derrida gesagt hat: dass man stets um Vergebung bittet, wenn man schreibt“, gesteht der Sohn.

Witz und Weisheit bleiben dem dementen August Geiger erhalten. Doch sein Zuhause in seinem Heimatdorf Wolfurt in Vorarlberg kann er nicht mehr erkennen. Rat- und rastlos irrt er umher wie ein alter König in seinem Exil. Der Verlust von Geborgenheit und Heimat ist für August besonders tragisch. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg hat sich der Bauernsohn geschworen, sein Dorf nie mehr zu verlassen. Die Krankheit des Vaters führt die versprengte Familie zusammen und Arno Geiger kommt durch die intensive Betreuung seinem Vater wieder näher und versteht dessen Leben nun besser. Eine äußerst berührende, liebevoll erzählte Familiengeschichte.

Paul Murray
Skippy stirbt

Antje Kunstmann Verlag 2011 / 3 Bände im Schuber kartoniert / 782 Seiten / 26,00 €

Ruprecht Van Doren ist ein übergewichtiges Genie, seine Hobbies sind komplexe Mathematik und die Suche nach außerirdischer Intelligenz. Mit Daniel ›Skippy‹ Juster teilt er sich ein Zimmer im Turm des Seabrook College, einer altehrwürdigen Dubliner Institution, in der sich keiner so richtig für die beiden interessiert. Aber als Skippy sich in Lori verliebt, eine Frisbee spielende Schönheit aus der Mädchenschule gegenüber, haben auf einmal alle möglichen Leute Interesse – auch Carl, Teilzeit-Drogendealer und offizieller Schulpsychopath. Während seine Lehrer mit der Modernisierung kämpfen und Ruprecht versucht, ein Portal in ein paralleles Universum zu öffnen, steuert Skippy, im Namen der Liebe, auf auf einen Showdown zu – in Form eines fatalen Doughnut-Wettessens, das nur eine Person überleben wird ... 

Paul Murray, geboren 1975, studierte Englische Literatur am Trinity College in Dublin und Creative Writing an der University of East Anglia. Danach arbeitete er als Buchhändler. Er lebt in Dublin. »An Evening of Long Goodbyes« war auf der Shortlist für den renommierten Whitbread Price.

 

Ian McEwan
Solar

Diogenes Verlag 2010 / Geb / 405 S. / LN / 21,90 €

Michael Beard, ein egomanisches Ekelpaket, Physiker, Nobelpreisträger, Anfang 50, seit 20 Jahren ideenlos, hält sich als nomineller Direktor eines Forschungsinstituts mit weltweit gehaltenen Vorträgen über Wasser. Seine fünfte Ehe geht gerade zu Ende, der Held steckt in der Krise. Als Beard, der für das Thema Klimawandel nur ein müdes Lächeln übrig hat, in der Hinterlassenschaft eines Nachwuchswissenschaftlers eine vielversprechende Projektidee zur künstlichen Fotosynthese findet, macht er sich diese Gedanken zu eigen und entwickelt ein Großprojekt, das ihm frisches Renommee und Geld eintragen soll.

Spannend, komisch, bitter, zum Lachen - eine höchst unterhaltsame Satire nicht nur über Intrigen und Betrügereien des Wissenschaftsbetriebes.

 

Philipp Meyer
Rost

Klett-Cotta Verlag 2010 / gebunden / 22,95 €

Isaac English ist 20 Jahre alt, ein Außenseiter, zu intelligent, zu unscheinbar. Er will seiner Heimatstadt Buell, einer heruntergekommenen ehemaligen Industriestadt in der Nähe von Pittsburgh, Richtung Kalifornien entkommen. Mit 4.000 von seinem Vater geklauten Dollar und seinem Freund Poe, dem ehemaligen Star der Football Mannschaft, macht er sich auf den Weg. Doch noch bevor sie das Tal, in dem Buell liegt, verlassen, kommt es in einer Fabrik-ruine zu einem folgenschweren Zusammenstoß mit drei Landstreichern, der ihre Pläne durchkreuzt.


In seinem Debütroman erzählt Philipp Meyer von den Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft, von den Träumen und Sehnsüchten der Bewohner Buells, aber auch von ihren Ängsten und falschen Entscheidungen, von Trostlosigkeit und ihrem Kampf um ein kleines Stückchen Glück. Die Wucht, mit der er seine Charaktere und ihr Leben, das durchaus exemplarisch für das Leben im heutigen Amerika steht, schildert, ist schlicht atemberaubend; seine Fähigkeit, dem Tragischen winzige Funken Hoffnung abzugewinnen, herzergreifend.

Ein großer Roman, unbedingt empfehlenswert.

 

Edna Mazya
Über mich sprechen wir ein andermal

KiWi  Paperback 2010 / 430 Seiten / 9,95 €

Eine deutsch-jüdische Familie, drei Frauengenerationen und ihr Kampf um Unabhängigkeit und Lebensglück - mit hinreißendem Humor und einem vortrefflichen Gespür vor allem für die komischen Seiten der Verzweiflung:  Edna Mazya erzählt in ihrem Roman über drei selbstbewusste Frauen, die die Schwächen ihrer Mütter zwar verachten, deren Fehler aber trotzdem wiederholen.

Nomi, Verlegerin aus Leidenschaft in Tel Aviv, reist nach Wien zu ihrem Freund Kirin, einem bekannten Theaterregisseur, um sich über die Beziehung zu ihm Klarheit zu verschaffen. In Wien begegnet sie überall den Spuren ihrer Familie, denn hier wuchs ihre Großmutter Ruth Stein auf, deren Tagebücher immer noch ungelesen auf Nomis Speicher in Tel Aviv liegen. Sie lässt sie sich schicken und begibt sich auf eine Reise in die eigene Familiengeschichte, von der sie sich bisher unberührt glaubte: Ihre Großmutter Ruth, eine ebenso glamouröse wie exzentrische Frau, hatte Ehemann und Tochter vernachlässigt, um sich der rauschhaften Beziehung zu Robert, ihrer großen Liebe, hingeben zu können. Als die Beziehung scheitert und die Pogrome in den Dreißigerjahren in Deutschland zunehmen, muss die Familie nach Palästina fliehen. Ruth kommt das nicht ungelegen, denn es ist ihre einzige Hoffnung, Robert jemals wieder zusehen. Sie stellt jedoch schnell fest, dass sie in Palästina immer eine Fremde bleiben wird, und als ihre Tochter Anuschka, die Mutter Nomis, sich in eine fatale Liebesbeziehung mit Folgen für alle stürzt, droht ihr Leben beinahe auseinander zu brechen.

 

Eine Empfehlung von Gabi Klinski: Ein großartiges Buch, intensiv, packend mit unvermuteten Wendungen.

Patricia Duncker
Der Komponist und seine Richterin

Roman / 320 Seiten / geb. / Berlin Verlag 2010, Preis 24,00 €.

Auf einer Lichtung im tiefsten Jura stoßen Jäger auf eine Gruppe Toter zu einem Halbkreis angeordnet im Neujahrsschnee des Jahres 2000. Es gibt keine Anzeichen äußerer Gewalt. Ein Bild unheimlichen Friedens. Kommissar André Schweigen erkennt das Muster eines Sektenselbstmords, den er fünf Jahre zuvor untersucht hat, gemeinsam mit der Richterin Dominique Carpentier, die auch jetzt sofort zur Stelle ist. Ein altes Buch, in Leder gebunden und mysteriösem Code geschrieben, bringt sie auf die Spur von Friedrich Grosz, einem berühmten Komponisten und Dirigenten. In diesem charismatischen, unbeugsamen Mann findet die Richterin ihren Widerpart. Ein Kräftemessen beginnt, in dessen Verlauf sich Dominique immer tiefer in die Geheimnisse der Sekte verstrickt und die Grenzen ihrer eigenen moralischen Haltung erschüttert werden.

Patricia Duncker entspinnt ein Netz vielschichtiger Beziehungen, in dem sie den Leser genussvoll zappeln lässt; ihr neuer Roman führt uns quer durch Europa – verführerisch und spannend. Eine doppelbödige Geschichte, in der sich die Grenzen zwischen Recht und Unrecht unmerklich verschieben.

 

Arno Geiger: Alles über Sally
Hanser Verlag 2010 / geb. / 21,90 €
 
Allein schon der Anblick des nutzlosen Stützstrumpfes am Bein ihres Mannes Alfred macht Sally rasend. Für so viel Schwäche fehlt der 52-Jährigen im Moment einfach das Verständnis. Sie möchte sich in den Ferien von ihrem anstrengenden Alltag als Englischlehrerin erholen. Als auch noch ein Einbruch in ihrem Haus Alfred aus der Bahn wirft, reicht es der lebenshungrigen Mutter von drei Kindern. Ähnlich wie ihre literarischen Schwestern Effi Briest und Madame Bovary bricht sie aus der Enge der Ehe aus und geht fremd. Doch Sallys Geschichte nimmt einen anderen Ausgang als die von Effi und Emma, denn die Zeiten haben sich geändert. In „Alles über Sally“ erzählt Arno Geiger in unaufgeregtem Ton eine amüsante Geschichte von Ehe und Liebe im
21. Jahrhundert.

 

Das Hörbuch zu dem neuen Roman von Arno Geiger ist im HörVerlag erschienen, gelesen von Markus Hering:
 
6 Audio-CDs, Laufzeit 422 Min., Preis 24,95 €.

Reif Larsen
Die Karte meiner Träume

349 Seiten / S. Fischer Verlag 2009 / 22,95 €

T. S. Spivet ist zwölf Jahre alt und ein genialer Kartograph. Denn er weiß genau, dass nichts von Dauer ist. Der Whiskykonsum seines Vaters wird ebenso in Diagrammen festgehalten wie die Anatomie von Glühwürmchen. Inmitten seiner merkwürdigen Familie lebt er auf einer Ranch in einem flachen Tal in Montana. Und eines Nachts begibt sich T.S. auf die Reise nach Washington und damit in ein unglaubliches Abenteuer.
Reif Larsens Debüt ist ein Juwel: Ein mit vielen Karten und wundervollen Zeichnungen versehener Roman über Freundschaft, Kindheit, Schuld und über Zuhausesein. Ergreifend, geheimnisvoll und verspielt, ein wahres Feuerwerk von Gefühlen und Ideen.

Literaturnobelpreis für Herta Müller

Was für eine Freude! Herta Müller, deutsche Schriftstellerin rumänischer Herkunft, wurde soeben mit dem Literatur Nobelpreis ausgezeichnet. Die schwedische Akademie begründet ihre Entscheidung u.a. damit, dass die „Autorin mittels der Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa (zutiefst) beeindruckende Landschaften der Heimatlosigkeit zeichne“. Eine gute Wahl des Nobelpreiskomitees – eine Entscheidung für eine großartige Autorin.

Herta Müller wurde 1953 in Rumänien geboren. Nach ihrem Studium der deutschen und rumänischen Philologie in Temeswar arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Nachdem ihr erstens Buch „Niederungen“ 1984 in Deutschland erschien, konnte Herta Müller nicht mehr in Rumänien veröffentlichen und war immer wieder Verhören und Bedrohungen durch den Geheimdienst ausgesetzt. Als Folge siedelte sie 1987 nach Deutschland über. Seit 1987 lebt sie als Schriftstellerin in Berlin. Für ihre Werke wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Herta Müller steht mit ihrem neuen Roman „Atemschaukel“ auch auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis 2009.

Ausgangspunkt dieses Romans ist Rumänien im Jahr 1945. Der zweite Weltkrieg ist zu Ende. Ein junger Mann berichtet von seiner Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. Der Stoff für diesen bedrückenden großartigen Roman stammt aus Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior, der nach dem Krieg zum Gulag verurteilt wurde sowie anderen Überlebenden.

„Atemschaukel“
Hanser Verlag München, Geb., 304 Seiten, 19,90 €uro

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